Übersäuerung – sauer macht nicht lustig

Der ausgewogene Säure-Basen-Haushalt ist eine wichtige Grundlage für die Gesundheit. Da jedoch viele Menschen in den westlichen Industrieländern an einer Übersäuerung des Körpers leiden, trifft das ansonsten gerne verwendete Motto „Sauer macht lustig“ hier sicherlich nicht zu. Alles was Sie zum Thema Übersäuerung wissen müssen und wie Sie die Übersäuerung loswerden, erfahren Sie hier.

Symptome: Gestörter Säure-Basen-Haushalt

Bei den meisten Personen in Westeuropa ist der Säure-Basen-Haushalt in der Form gestört, als dass der Organismus übersäuert ist. Diese Übersäuerung kann im Laufe der Zeit zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen, die sich oftmals zunächst unbemerkt entwickeln. So steht zum Beispiel fest, dass eine chronische Übersäuerung des Organismus das Entstehen von Krankheiten wie Diabetes, Migräne, Gallensteine, Gicht, Haarausfall, Neurodermitis und noch einige weitere Erkrankungen begünstigt. Generell gibt es zwei Hauptursachen für ein mögliches Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt. Es kann einerseits eine Erkrankung vorliegen, was jedoch vergleichsweise selten der Fall ist. Das können sowohl chronische Krankheiten sein, aber auch eine Erkältung kann bereits kurzfristig zu einem Ungleichgewicht führen.

Hauptursache: Die falsche Ernährung

Deutlich häufiger tritt andererseits die zwei Hauptursache auf, die in einer ungesunden bzw. falschen Ernährungsweise liegt. Insgesamt beinhaltet die Ernährung gerade in den westlichen Staaten zu viele Nahrungsmittel, die einen zu hohen Säureanteil haben, und somit letztendlich auch zur Übersäuerung des Körpers führen. Zudem fehlen in der Nahrung meistens auch wichtige Mineralien in ausreichenden Mengen, die eigentlich für die Neutralisierung der Säuren zuständig sind. Daher ist der erste Schritt zur Bekämpfung eines gestörten Säure-Basen-Haushaltes, falls die Ursache ernährungsbedingt ist, zunächst die „sauer machenden“ und die basischen Lebensmittel zu „identifizieren“.

Diese Lebensmittel machen sauer

Der weitaus größte Teil aller Lebensmittel, die heute in den westlichen Industrieländern im Durchschnitt sehr häufig konsumiert wird, zählt zu den so genannten säurespendenden Nahrungsmitteln. Dazu zählen zunächst einmal zahlreiche Fleisch- und Wurstwaren, wie zum Beispiel Kalbsfleisch, Leberwurst, mageres Rindfleisch, mageres Schweinefleisch, Salami, Truthahnfleisch und noch einige weitere Fleisch- und Wurstsorten. Auch bestimmte Fischsorten wie gedämpfte Forelle, Hering, Kabeljau und Schellfisch zählen zu den säurespendenden Nahrungsmitteln. Das Gleiche gilt für eine Vielzahl von Milchprodukten und auch für Eier.

  • Buttermilch
  • Camembert
  • Gouda
  • Fruchtjoghurt
  • Kondensmilch
  • Quark
  • Natur-Schmelzkäse
  • Vollmilch
  • Weichkäse

Ebenfalls in die Reihe der „sauer machenden“ Lebensmittel gehören viele Getreideprodukte (z.B. Cornflakes, Reis, Roggenbrot, Spaghetti, Weißbrot, Weizenbrot), Hülsenfrüchte (Erbsen und Linsen), Nüsse (unbehandelte Erdnüsse und Walnüsse), als Getränk vor allen Dingen Cola, sowie Margarine, Milchschokolade und viele Kuchensorten.

Diese Lebensmittel sind basisch

Die Liste der basenspendenden Nahrungsmittel ist gar nicht so kurz, wie man nach der Aufzählung der säurespendenden Lebensmittel vielleicht vermuten könnte. Vor allen Dingen sind viele Gemüse- und Obstsorten basisch.

  • Blumenkohl
  • Broccoli
  • Eisbergsalat
  • Gurken
  • Karotten
  • Kartoffeln
  • Kopfsalat
  • Paprika
  • Pilze
  • Radieschen
  • Spargel
  • Spinat
  • Tomaten

Hinzu kommen noch diverse Obstsorten, wie beispielsweise Ananas, Äpfel, Bananen, Birnen, Erdbeeren, Kirschen, Kiwi, Orangen und Pfirsiche. Gerade bei den Äpfeln und Orangen wird man sicherlich zunächst erstaunt sein, dass diese zu den basischen Lebensmitteln zählen, denn Äpfel oder Orangen verbindet man vielfach mit sauer bzw. Fruchtsäure. Neben vielen Obst- und Gemüsesorten zählen auch noch einige Getränke zu den basischen Nahrungsmitteln, wie zum Beispiel Pils, Mineralwasser, Rotwein oder Weißwein. Hinzu kommen noch einige Fette und Öle (Butter, Olivenöl, Sonnenblumenöl) sowie Honig, Marmelade und weißer Zucker.

Was tun bei Übersäuerung?

Wie man an der vorherigen Liste sehen kann, gibt es durchaus einen Vielzahl von basischen Lebensmitteln, die sich sehr gut in die individuelle Ernährung einbinden lassen. Es ist also mit einfachen Mitteln möglich, wieder für ein Gleichgewicht im eigenen Säure-Basen-Haushalt zu sorgen. So sollte man die Ernährung insoweit umstellen, dass in größerem Umfang auf Fleisch- und Wurstwaren, sowie auf viele Milchprodukte verzichtet wird. Stattdessen sollte die Ernährung viel Gemüse, Obst, Kartoffeln und Vollkorngetreide beinhalten. Neben der gesunden Ernährung kann der Abbau der Übersäuerung im Körper aber noch durch weitere recht einfache Maßnahmen unterstützt werden. So wird der Abbau der vorhandenen Übersäuerung zum Beispiel durch regelmäßige Bewegung und Stressabbau genauso unterstützt, wie durch die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit, und zwar am besten in Form von Mineralwasser (still) oder Kräutertee. Mitunter kann auch die zusätzliche Zufuhr von Mineralien und Basen sinnvoll sein, falls eine Übersäuerung vorliegt.

Aktiv gegen Übersäuerung des Körpers
4 (80%) 2 votes