Wechseljahre: So bleibt Ihre Ernährung ausgewogen

Die Wechseljahre stellen für viele Frauen eine echte Herausforderung dar. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei die richtige Ernährung ein. Der Blogbeitrag verrät, warum. 

Zwei ältere Frauen beim gemeinsamen Kochen.
Die richtige Ernährung ist speziell in den Wechseljahren gefragt. | cottonbro studio auf Pexels

Die Wechseljahre, die bei den meisten Frauen zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr beginnen und sich über mehrere Jahre erstrecken können, markieren einen bedeutsamen Lebensabschnitt, der nicht nur mit zahlreichen körperlichen Veränderungen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und hormonellen Schwankungen einhergeht, sondern auch emotionale und psychische Herausforderungen mit sich bringen kann. Während dieser bedeutsamen Phase durchläuft der weibliche Körper eine tiefgreifende hormonelle Umstellung, die sich nachweislich auf nahezu alle wichtigen Stoffwechselprozesse auswirkt, welche für die Gesundheit und das Wohlbefinden von entscheidender Bedeutung sind. Eine smarte Ernährungsstrategie lindert Beschwerden und steigert das Wohlbefinden. Eine durchdachte Ernährung mit den passenden Lebensmitteln hilft auch beim Gewichtsmanagement und stärkt gleichzeitig die Knochen sowie den Energiehaushalt. In dieser wichtigen Lebensphase benötigt der Körper eine spezielle Nährstoffversorgung, die seinen veränderten Anforderungen optimal entspricht.

Warum sich der Nährstoffbedarf in den Wechseljahren verändert

Wenn die Östrogenproduktion nachlässt, reduziert sich der körpereigene Grundumsatz deutlich um ungefähr 15 bis 20 Prozent. Diese metabolische Anpassung führt dazu, dass der Körper weniger Kalorien verbrennt und gleichzeitig mehr bestimmte Mikronährstoffe benötigt. Eine ausgewogene Ernährung in den Wechseljahren berücksichtigt diese Veränderungen und passt die Nährstoffzufuhr entsprechend an. Der während der Wechseljahre kontinuierlich sinkende Östrogenspiegel beeinflusst nachweislich die körpereigene Kalziumaufnahme im Darm erheblich, wodurch das gesundheitliche Risiko für die Entwicklung einer schwerwiegenden Osteoporose bei betroffenen Frauen deutlich ansteigt. Die Fettverteilung verändert sich und Bauchfett erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Prozesse erfordern bewusste Anpassungen der Ernährungsgewohnheiten.

Diese Nährstoffe sind jetzt besonders wichtig

Kalzium und Vitamin D arbeiten als perfektes Team zusammen und sorgen gemeinsam für eine optimale Gesundheit unserer Knochen. Um den täglichen Kalziumbedarf von 1200 Milligramm zu decken, eignen sich besonders Milchprodukte, grünes Blattgemüse und angereicherte pflanzliche Alternativen. Vitamin D fördert die Aufnahme von Kalzium im Körper und kann bei Mangel durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Die wertvollen Omega-3-Fettsäuren, die in fettem Seefisch und Leinsamen vorkommen, hemmen Entzündungen und bieten Schutz für das Herz-Kreislauf-System. Die in Sojaprodukten, Leinsamen und verschiedenen Hülsenfrüchten enthaltenen Phytoöstrogene können dabei helfen, leichte Beschwerden während der Wechseljahre zu lindern. Medizinische Forschungen bestätigen, dass diese pflanzlichen Östrogene eine sanfte hormonähnliche Wirkung entfalten können. B-Vitamine wie B6, B12 und Folsäure stärken das Nervensystem und mildern Stimmungsschwankungen effektiv ab.

Hormonelle Balance durch die richtige Lebensmittelauswahl

  • Bestimmte Nahrungsmittel, die reich an essentiellen Nährstoffen wie Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen sind, können, wenn sie regelmäßig in ausgewogener Form konsumiert werden, die hormonelle Balance des menschlichen Körpers, welche für zahlreiche physiologische Prozesse von entscheidender Bedeutung ist, auf natürliche Weise positiv beeinflussen.
  • Vollkornprodukte, die aufgrund ihres besonders niedrigen glykämischen Index eine langsame und gleichmäßige Energiefreisetzung gewährleisten, stabilisieren den Blutzuckerspiegel über mehrere Stunden hinweg und verhindern dadurch effektiv die gefürchteten Heißhungerattacken.
  • Kreuzblütler-Gemüse wie Brokkoli, Blumenkohl und Rosenkohl enthält Indol-3-Carbinol, das den Östrogenstoffwechsel unterstützt.
  • Kräutertees wie Frauenmantel oder Salbei können bei Hitzewallungen Linderung verschaffen.
  • Fermentierte Lebensmittel wie cremiger Joghurt, probiotischer Kefir oder traditionell hergestelltes Sauerkraut fördern durch ihre wertvollen Milchsäurebakterien eine ausgewogene und gesunde Darmflora, die wiederum maßgeblich die körpereigene Hormonsynthese und damit das gesamte Wohlbefinden positiv beeinflusst.
  • Nüsse und Samen versorgen den Körper mit wichtigen Mineralstoffen wie Magnesium und Zink für die Hormonproduktion.
  • Mediterrane Ernährung mit Gemüse und Olivenöl ist besonders vorteilhaft.

Praktische Ernährungstipps für den Alltag

Eine schrittweise Umstellung der Ernährung führt zu den besten und nachhaltigsten Erfolgen:

  • Beginnen Sie beispielsweise mit dem konsequenten Austausch von herkömmlichen Weißmehlprodukten, die oft weniger Nährstoffe enthalten, gegen die deutlich gesünderen und ballaststoffreicheren Vollkornvarianten, welche langfristig zu einem besseren Wohlbefinden beitragen können.
  • Regelmäßige Mahlzeiten alle drei Stunden stabilisieren den Blutzuckerspiegel.
  • Ein kleinerer Teller hilft dabei, die Portionsgrößen an den reduzierten Kalorienbedarf anzupassen.
  • Adaptogene Superfoods wie Maca können als Ergänzung die Stressresistenz erhöhen.
  • Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei Litern täglich, die vorzugsweise durch reines Wasser oder verschiedene ungesüßte Teesorten erfolgen sollte, spielt für die Aufrechterhaltung der körperlichen Gesundheit und des allgemeinen Wohlbefindens eine besonders wichtige Rolle.
  • Bei der täglichen Ernährung sollte man frische Mahlzeiten bevorzugen, weil Fertigprodukte häufig versteckte Zucker und ungesunde Fette enthalten.
  • Ein detailliert geführtes Ernährungstagebuch, in dem sämtliche Mahlzeiten, Snacks und Getränke mit genauer Uhrzeit dokumentiert werden, kann dabei helfen, wiederkehrende Ernährungsmuster zu erkennen, die möglicherweise zu Energietiefs oder Verdauungsproblemen führen, und ermöglicht es, basierend auf diesen wertvollen Erkenntnissen gezielt individuelle Verbesserungen vorzunehmen.

Häufige Ernährungsfehler in den Wechseljahren vermeiden

Viele Frauen beginnen drastische Diäten, um einer Gewichtszunahme entgegenzuwirken, was ein häufiger Fehler ist. Dies verlangsamt den Stoffwechsel und verursacht Nährstoffmängel. Ebenso problematisch erweist sich der übermäßige Konsum von Koffein und Alkohol, welche nicht nur die ohnehin schon belastenden Hitzewallungen verstärken, sondern auch den für die körperliche Regeneration so wichtigen Schlaf beeinträchtigen können, was wiederum zu einem Teufelskreis führt, der die Lebensqualität erheblich mindert. Übermäßiger Salzkonsum verursacht Wassereinlagerungen und steigert den Blutdruck. Der Verzicht auf Kohlenhydrate schadet dem Körper, weil sie unverzichtbare Energie bereitstellen – wichtig ist die bewusste Auswahl komplexer Kohlenhydrate. Das Überspringen von Mahlzeiten ist ebenso nicht empfehlenswert, weil es oft Heißhungerattacken und unkontrolliertes Überessen zur Folge hat. Stattdessen empfiehlt es sich für eine optimale Nährstoffversorgung des Körpers, die wichtigen Makronährstoffe wie Kohlenhydrate, Proteine und Fette gleichmäßig und ausgewogen über alle Mahlzeiten des gesamten Tages zu verteilen.

Mit bewusster Ernährung kraftvoll durch die Wechseljahre

Die Wechseljahre sind eine wertvolle Gelegenheit, bisherige Ernährungsgewohnheiten kritisch zu hinterfragen und dabei gesündere Routinen aufzubauen. Eine ausgewogene, nährstoffreiche und abwechslungsreiche Ernährungsweise, die verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthält, kann zahlreiche gesundheitliche Beschwerden effektiv lindern und gleichzeitig das körperliche sowie seelische Wohlbefinden nachhaltig verbessern. Der Fokus sollte dabei stets auf möglichst frischen, vollkommen unverarbeiteten Lebensmitteln liegen, die dem menschlichen Körper sämtliche notwendigen Vitalstoffe in ihrer natürlichen Form zur Verfügung stellen und somit eine optimale Nährstoffversorgung gewährleisten können. Mit geduldiger Achtsamkeit können Sie eine Ernährungsform entwickeln, die in den Wechseljahren und danach Ihre Vitalität steigert. Eine durchdachte Ernährungsweise belohnt uns dauerhaft mit gesteigerter Vitalität, verbesserter Laune und deutlich widerstandsfähigeren Abwehrkräften.


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