AMA Gütesiegel – strenge Kontrollen für beste Lebensmittel

Beim AMA Gütesiegel handelt es sich um ein von den österreichischen Behörden anerkanntes Gütezeichen. Dieses Siegel soll über die Herkunft, Qualität und Kontrolle von Lebensmitteln informieren. Dabei erhalten längst nicht alle Lebensmittel das begehrte Gütesiegel. Nur Produkte, die den strengen Qualitätsanforderungen entsprechen, die übrigens weit über die Gesetzesvorlagen gehen, erhalten das begehrte AMA Gütesiegel. Damit das gelingt, werden Lebensmittel in allen Bereichen der Verarbeitung genauestens überwacht. Neben den Selbstkontrollen der Betriebe finden zudem regelmäßige Zusatzkontrollen durch unabhängige und staatlich geprüfte Spezialisten statt. Kann ein Lebensmittel und ein Betrieb überzeugen, erhält es das AMA Gütesiegel, das in den österreichischen Landesfarben gehalten ist. Doch wie genau kontrolliert die AMA und worauf können Verbraucher bei Produkten mit Gütesiegel vertrauen?

Wie funktioniert das AMA Kontrollsystem?

Das AMA Gütesiegel soll Verbrauchern in Österreich ein Höchstmaß an Sicherheit beim Kauf von Lebensmitteln bieten. Damit das gelingt, kontrolliert die AMA nicht nur den Landwirt oder den Betrieb und seine Produkte, sondern folgt verschiedenen Stufen, die zur Lebensmittelkette gehören. Dazu gehört beispielsweise sogar die Herstellung von Futter, welches für die Nahrungsversorgung von Tieren gedacht ist, die wiederum zu einem späteren Zeitpunkt zum Verkauf für Konsumenten zur Verfügung stehen. Dabei geht die AMA nach einem strengen Gütesiegel-Programm vor, das insgesamt drei Sturen umfasst:

Erste Stufe

Die erste Stufe des AMA Programms zielt auf die Eigenkontrolle der Betriebe und Landwirte ab. Diese sollen in Eigenverantwortung regelmäßige Kontrollen durchführen und ebenso dokumentieren. Da die Mitarbeiter von AMA nicht ständig auf zahlreichen Höfen vertreten sind, soll somit die Qualität und Hochwertigkeit der Produkte dauerhaft gewährleistet werden.

Zweite Stufe

Mit der externen Kontrolle durch AMA-Prüfer findet jedoch in regemäßigen Abständen genaue Untersuchungen auf Höfen und Betrieben statt. Um ein AMA Gütesiegel zu erhalten sowie zu behalten, müssen die Vorgaben gemäßeiner Checkliste eingehalten werden. Die Vorgaben sind sehr streng – sie richten sich allerdings immer nach dem Wohl von Tier, Lebensmittel und Verbraucher.

Dritte Stufe

Bei dieser Stufe kommt eine zusätzliche Kontrolle zum Einsatz, die externe Kontrolleure und die Einhaltung der Richtlinien überprüft. Somit soll sichergestellt werden, dass auch die Mitarbeiter, die für AMA tätig sind, ihre Aufgaben zuverlässig erledigen. Diese Aufgaben werden von weiteren Experten übernommen.

Hinweis

Kommt es zu Mängeln oder Abweichungen hinsichtlich der Richtlinien, können schwere Sanktionen anfallen. Diese können neben empfindlichen Auflagen und Hinweisen, die Mängel zu beheben sogar zum Ausschluss am AMA Programm führen.


Insgesamt führt AMA jedes Jahr mehr als 15.000 Prüfungen durch, die direkt vor Ort auf Bauernhöfen und in Betrieben erfolgen. Davon übernehmen die AMA Kontrolleure täglich allein um die 50 Untersuchungen – im Dienste der Sicherheit und Qualität, von denen nicht nur Betriebe und Tiere, sondern auch Endverbraucher profitieren sollen.

Wer bestimmt die Richtlinien für die AMA-Gütesiegel?

Es gibt zahlreiche Richtlinien, die für die Produktion von Lebensmitteln vorgesehen sind. Spezielle Fachgremien sprechen und beschließen diese Vorschriften und Bestimmungen, die zum Wohl von Landwirtschaft, Verarbeitung sowie Handel gelten. Auch das AMA Marketing wird von den Gremien genau besprochen und untersucht. Diese Beschlüsse wiederum werden gesonderten Lenkungsgremien vorgelegt, die das soziale sowie wirtschaftliche Interesse in Österreich vertreten.

Natürlich unterliegen diese Regeln und Beschlüsse der Gremien zusätzlichen Genehmigungen. Diese erfolgen durch das Bundesministerium für die jeweiligen Regionen im Rahmen der Land-, Forst- und Wasserwirtschaft. In diesem Rahmen sollen nicht nur die Anforderungen, die im Gesetz verankert sind, beachtet werden, sondern ebenso strenge Kontrollen erfolgen, die sich auf

  • Milchprodukte
  • Fleischwaren (Rind, Kalb, Schwein, Geflügel, Lamm)
  • Fisch- sowie Fischprodukte
  • Blumen nebst Zierpflanzen
  • Obst
  • Gemüse
  • Eier

sowie andere Lebensmittel und Waren beziehen. Bei Fleischwaren werden die Tiere von der Geburt und Aufzucht sowie bis zur Schlachtung und Zerlegung kontrolliert. Fleischprodukte, die ein AMA Gütesiegel erhalten sollen, müssen zu 100 Prozent aus Österreich stammen.

Auch bei zusammengesetzten Lebensmitteln erfolgen besondere Kontrollen. Das Gütesiegel erhalten dabei nur Lebensmittel, deren Rohstoffe sowie Zutaten zu 100 Prozent aus Österreich stammen. Lediglich Zutaten, die nicht in Österreich wachsen oder angebaut werden können, dürfen aus dem Ausland bezogen und verarbeitet werden.

Wann erhalten Fleisch sowie Fleischerzeugnisse das AMA Gütesiegel?

Bereits seit 1995 vergibt die AMA ihre Gütesiegel für hochwertiges und gesunde Fleisch. Voraussetzung ist, dass das Tier in Österreich geboren und aufgewachsen ist. Auch die Schlachtung muss in Österreich erfolgen – so sind die Bestimmungen des Qualitätsprogramms, an dem über 7.400 Rinderbauern, 1.800 Schweinehalter und 470 Geflügelhalter teilnehmen. Doch nicht nur die Geburt und Haltung wird mit strengen Maßgaben verfolgt. Auch die Fütterung soll keine Wünsche übriglassen. Um ein AMA Gütesiegel zu erhalten, müssen Bauern und Halter Futtermittel verwenden, das ein Pastus+-Zertifikat enthält. Auch Arzneien dürfen nur nach Anordnung von Veterinären vergeben und keinesfalls zur Vorbeugung von Krankheiten verabreicht werden.

Hinweis

Erhalten Tiere Antibiotika aufgrund von Krankheit verabreicht, besagen die Richtlinien der AMA, dass die doppelte der gesetzlichen Richtlinien vorgeschriebene Wartezeit einzuhalten ist, ehe das Tier geschlachtet und im Handel angeboten werden darf.


Doch nicht nur Fütterung, Aufzucht und Krankheit kontrolliert die AMA mit Argusaugen. Sogar die Pflege und Hygiene muss unter Auflagen erfolgen. Tiere erhalten daher immer mal wieder Prüfungen, um Fehler in Fleischqualität und Entwicklung zu vermeiden. Nach der Schlachtung geht das Prüfverfahren weiter. Fleisch, das ein AMA Siegel erhalten hat, wird bei der Zerlegung kategorisch von anderen Fleischwaren ohne Gütesiegel getrennt. Die Verarbeitung und Trennung muss dabei strikt kontrolliert und dokumentiert werden. Auch die Einhaltung von Kühlketten wird akribisch festgehalten. Dazu werden die Fleischprodukte gekennzeichnet, um Verwechslungen vorzubeugen.

Inwiefern spielen Tierärzte eine entscheidende Rolle bei der Vergabe von AMA Gütesiegeln?

Die Haltung und der Umgang von Tieren in der Landwirtschaft sind von Gesetz wegen explizit geregelt. Um jedoch die Tierhaltung und das Wohlergehen der Tiere im Laufe der Entwicklung zu fördern, kommen Tierärzte zum Einsatz. Veterinäre überwachen jedoch nicht nur die Gesundheit der Tiere in den Betrieben und auf den Höfen. Sie sind auch für Kontrollen von Schlachtungen involviert.

Können Tierärzte einen einwandfreien Gesundheitszustand der Tiere nicht mehr bescheinigen, müssen sie den Vorgang unterbrechen und das Problem mit Lösungsansätzen beheben. Dafür ist der Tierarzt nicht allein verantwortlich. Ihm steht ebenso ein Tierschutzbeauftragter zur Seite, der eine entsprechende Ausbildung absolviert hat. Beide Parteien kennen sich hervorragend mit dem Gesetz aus, nach dem die Betriebe handeln müssen sowie über die aktuellen AMA Gütesiegelrichtlinien.

Tipp

Auf allen Schlachthöfen werden die Bestimmungen der AMA jährlich kontrolliert. In diesem Rahmen erfolgen genaue Kontrolldurchgänge in sämtlichen Bereichen. Es werden zudem Kompetenzen sowie Arbeitsweisen genau unter die Lupe genommen.


Die Arbeitsvorgänge der Kontrolleure nehmen während der Untersuchungen mehrere Stunden in Anspruch. Somit können alle Richtlinien genauer überprüft werden. Damit jedoch auch außerhalb dieser Prüfverfahren die Sicherheit auf Schlachthöfen gewährleistet werden kann, übernehmen auch die Mitarbeiter vor Ort ständige und einheitliche Kontrollen.

Wann erhalten Milch und Milchprodukte das AMA Gütesiegel?

Inzwischen nehmen über 23.000 Milchviehbetriebe am AMA Programm teil. Doch auch in diesem Rahmen sind Qualität, Herkunft und Kontrolle nötig, um ins Gütesiegelprogramm zu gelangen. Dabei ist die gesamte Produktion von der Rohmilch bis zum Verkauf mit Qualitätssicherung verbunden. In diesem Zusammenhang müssen sich Landwirte an spezielle Vorgaben halten und Regeln befolgen. Diese umfassen nicht nur die Tierhaltung, sondern auch die Milchqualität, die Hygienevorkehrungen bei der Milchgewinnung sowie lückenlose Kühlverfahren vom Hof bis zum Verkauf. Selbst die Fütterung unterliegt genauen Vorkehrungen, die es nach bestem Wissen und Gewissen einzuhalten gilt.

Hinweis

Die AMA Richtlinien sehen jedoch nicht nur das optimale Halten von Vieh und Hygiene von Milchprodukten vor. Auch die Anforderungen der Mikrobiologie müssen genauestens eingehalten werden. Demnach ist es nötig, dass eine Nulltoleranz im Hinblick auf Listerien sowie Salmonellen eingehalten wird.


Neben guter Haltung, hygienischen Verhältnissen und bakteriellen sowie physikalischen Anforderungen müssen die Milch sowie Milchprodukte natürlich auch im Hinblick auf Geschmack überzeugen. Erst wenn alle Punkte stimmen, erhalten Milchbauern in Österreich das AMA Gütesiegel zugeteilt.

Gibt es auch ein AMA Gütesiegel für Obst und Gemüse?

Neben Tieren und Milchprodukten bietet AMA ebenso Siegel für Obst, Gemüse und Erdäpfel an. Auch für diese Lebensmittelkategorie gibt es Qualitätsverordnungen, die sich auf Herkunft und Kontrollen beziehen. Dabei dürfen Verbraucher sicher sein, dass die Landwirte den Anforderungen entsprechend agieren und die gesetzlichen Vorschriften genau einhalten. In diesem Zusammenhang kommt es zu strengen Kontrollen, die von Prüfern vollzogen wird. Dabei stehen die Anforderungen der Guten Agrarpraxis (kurz G.A.P) im Fokus, die strengere Richtlinie als die Gesetzesvorgaben verfolgen. Die G.A.P-Zertifikate bilden dabei die Basis der AMA Gütesiegel.

Wichtig ist neben unbedenklichen Pflanzenschutzmitteln ebenso eine genaue und lückenlose Dokumentation der Aufzucht. Bauern müssen sowohl für Gemüse als auch für Obst eine effiziente und gleichzeitig sparsame Technik verwenden. Um diese Maßgaben zu kontrollieren, finden Prüfungen im Bereich von Blatt- sowie Fruchtproben statt, die in Speziallaboren untersucht werden. Die Genauigkeit der Proben wird nicht dem Zufall überlassen: Die Grenzwerte verschiedener Substanzen in den Proben dürfen dabei nur bei 0,01 mg pro Kilogramm Produkt liegen. Dieser Wert darf z.B. nicht mehr als einer Cherrytomate aus einer Millionen Cherrytomaten entsprechen.

Darüber hinaus dürfen sich Kunden nicht nur hochwertigen Produkten gewiss sein – auch in Sachen Kontrollen bezüglich Herkunft können sich Verbraucher verlassen. Landwirte müssen dabei ständig ihre Obst- und Gemüsewaren streng kontrollieren und dokumentieren. Das beginnt von der Aussaat über die Ernte bis hin zum Verpacken für Handels- und Lebensmittelunternehmen. Dabei erhalten nur Produkte ein AMA Gütesiegel, welche mindestens der Güteklasse I entsprechen.

Gibt es verschiedene AMA Gütesiegel?

Das klassische AMA Gütesiegel ist in den Landesfarben Österreichs gehalten und somit rot-weiß-rot. Es gibt jedoch noch weitere AMA Gütesiegel, die für die Alpenregion und die Europäische Union gelten. Diese Siegel sehen dem traditionellen Gütesiegel sehr ähnlich, zeichnen sich jedoch durch andere Farben und Richtlinien aus.

AMA Gütesiegel in Rot-Weiß-Rot AMA Gütesiegel für die Alpenregion AMA Gütesiegel für die EU

Dieses AMA Gütesiegel ist vornehmlich für Österreich vorgesehen und zielt auf zahlreiche Lebensmittel im Bereich Fleisch, Milchprodukte sowie Gemüse und Obst ab. Waren, die hinsichtlich Qualität, Herkunft und Verkauf keine Wünsche offenlassen, erhalten das Gütesiegel, an dem sich Konsumenten orientieren können.

Es gibt auch ein AMA Gütesiegel in hellblauer Variante. Es ist für Lebensmittel vorgesehen, deren Produktion nicht ausschließlich in Österreich erfolgt ist. Das kann z.B. auf Käsesorten zutreffen, die aus der Schweiz kommen und in Deutschland verarbeitet und verpackt werden.

Das AMA Gütesiegel mit dunkelblauer Färbung ist für Produkte, deren Rohstoffe aus der Europäischen Union stammen. Viele Bierhersteller nutzen z.B. dieses Siegel, da sie ihre Braugerste häufig aus anderen Ländern beziehen.

Was hat es mit dem AMA Bio Gütesiegel auf sich?

Immer mehr Menschen legen wert auf Bio-Qualität. Diese Lebensmittel leisten einen wertvollen Beitrag für die Gesundheit von Menschen sowie für das Wohl unserer Erde. Produkte, die das AMA Bio Gütesiegel erhalten, nutzen nicht nur die strengen Vorgaben und Richtlinien des AMA Programms, sondern sind auch ökologischer, ökonomischer undsozialer Hinsicht von Vorteil. Lebensmittel, die ein AMA Bio Gütesiegel erhalten, fallen durch das EU-Bio-Logo und die grüne Farbe des Siegels auf.

Hinweis

Zusätzlich gibt es noch das AMA Gütesiegel für Pflanzen. Dieses Siegel ist auch grün gehalten, zeichnst sich aber durch Blumen und Ranken aus. Auch in diesem Rahmen dürfen nur strengkontrollierte Pflanzen besonderer Qualität, regionaler Herkunft und unter Aufzucht standortgerechter und ressourcenschonender Hintergründe mit dem AMA Gütesiegel versehen werden.


Ein Betrieb erhält nur dann das AMA Gütesiegel, wenn es in den Bereichen Herkunft der Rohstoffe und Tiere, Qualität und Kontrollen die entsprechenden Richtlinien erfüllt. Das Siegel kann dabei jederzeit bei Nichteinhaltung der drei Gütebereiche entzogen werden.

Es gibt über 20 verschiedene Produktbestimmungen sowie Richtlinien, die Höfe und Betriebe erfüllen müssen, ehe sie ein AMA Gütesiegel erhalten. Neben zertifizierten Futtermitteln für Tiere und Pflanzenschutzmitteln für Obst und Gemüse sind Haltbarkeit, Hygiene, explizite sowie nachvollziehbare Auflistung der Kontrollen sehr wichtig. Hinzu kommen weitere Unterkategorien.

In der Landwirtschaft werden ein Mal pro Jahr Prüfungen durch akkreditierte Kontrolleure für das Bio-Verfahren vorgenommen. Bei den Verarbeitungsverfahren kommen weitere Kontrollen und Dokumentationen hinzu, die ebenso einmal jährlich durch externe Prüfer vollzogen werden. Zudem sind Überkontrollen der AMA im Hinblick auf die Prüfer vorgesehen.

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