Ist Wein gesund oder nicht?

Ein Glas guter Wein gehört für viele Menschen zu einem genussvollen Essen und einem schönen Abend. Nicht nur der Geschmack und die von vielen Menschen als beruhigend empfundene Wirkung von Rotwein, Riesling und Co. sind Grund für den Konsum. Immer wieder hört man auch, dass Wein – in Maßen genossen – gesund sein soll. Diese Aussage ist mittlerweile zu einem solchen Allgemeinplatz geworden, dass wir sie im Alltag nur selten ernsthaft hinterfragen.

Wenn man sich dazu entschließt, diese These zu hinterfragen, so stößt man auf zahlreiche Informationsquellen. Die markantesten dabei: Zum einen enthält Wein Alkohol, mit dem man – so haben es uns schon unsere Eltern beigebracht – grundsätzlich vorsichtig umgehen sollte, zum anderen weist Wein allerdings auch zahlreiche weitere Inhaltsstoffe auf, die einer genaueren Untersuchung bedürfen. Im Folgenden möchten wir versuchen, Ihnen wesentliche Informationen zu dem Thema „Wie gesund ist Wein wirklich?“ zur Verfügung zu stellen. Angemerkt sei dabei, dass sich unsere Darstellungen lediglich auf intensive Recherchen beziehen, wir aber nicht von der Warte eines Mediziners oder Wissenschaftlers Antworten zu diesem Thema geben können.

Wein als Genussmittel

Es gibt zahlreiche unterschiedliche gesundheitsfördernde Wirkungen, die man Wein und seinen Inhaltsstoffen – mitunter sogar auch dem Alkohol – zuschreibt. Beim Wein an sich spielen aber vor allem die Phenole eine wichtige Rolle. Zu den Phenolen zählen auch die berühmten Tannine, also die Gerbstoffe, die insbesondere im Rotwein enthalten sind. Sie wirken sich unter anderem auf die Farbe, den Geschmack und Geruch aus, den ein Rotwein aufweist. Ohne die negativen Seiten des Alkoholkonsums zu verschweigen, fasst ein auf den Internetseiten der Krankenkasse BKK 24 veröffentlichter Artikel die positiven Eigenschaften zusammen, die man Wein insgesamt nachsagt. Zu diesen gehören unter anderem die Vorbeugung gegen Arterienverkalkung, der Schutz vor Infarkten, Schlaganfällen und Krebs, die Senkung des bösen LDL-Cholesterins und viele weitere positive Merkmale.

Verfechter der gesunden Aspekte von Weinen führen immer wieder diverse Studien an, die diese und andere gesundheitsfördernde Wirkungen des Rebsaftes belegen sollen. Einige dieser Studien werden zum Beispiel auf den Internetseiten Wein-und-gesundheit.de im Bereich Wissenschaft genannt. Die Forschung, die sich der Frage widmet, wie gesund Wein wirklich ist, ist ungemein interessant und facettenreich und konnte bereits einige wichtige Ergebnisse hervorbringen, die helfen zu erklären, warum Wein ein ganz besonderes Getränk ist. Oft wird in der Medienberichterstattung im Kontext der positiven Eigenschaften von Wein auch auf das sogenannte französische Paradoxon referiert. Hierbei handelt sich um die zunächst widersprüchlich erscheinenden Befunde, dass viele Franzosen zwar dem Wein und auch anderen Genussmitteln zusprechen, dennoch weniger häufig von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen sind als unsereins. Diese Beobachtung, mag sie selbst und die aus ihr gezogenen Schlussfolgerungen auch umstritten sein, ist sicherlich als ein Anstoß für die reichhaltige Forschung in diesem Bereich zu betrachten. Nichtsdestotrotz sollte man als Verbraucher immer auch ein wenig Skepsis gegenüber Studien aufbringen: Sie spiegeln nur den aktuellen Wissensstand wider, es können Fehler bei der Interpretation und medialen Wiedergabe auftreten sowie Einfluss von Interessenverbänden genommen werden. Auch Fälschungen (Beispiel Resveratrol) sind, wie die Wissenschaftssendung Quarks & Co. in einem Artikel zu einer Sendung anführt, schon vorgekommen.

Zuviel Wein – ist das fein?

Wein enthält Alkohol. Zwar sagt man mittlerweile auch dem Alkohol in einem bestimmten Maße gesundheitsfördernde Wirkungen nach, allerdings beinhaltet diese Tatsache auch, dass leider auch stilvolle Getränke wie Rotwein und Riesling unter bestimmten Bedingungen negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können. Neben den akuten Gefahren, die übermäßiger Alkoholkonsum mit sich bringt, gibt es auch Wirkungen des Alkohols, die erst langfristig – vor allem bei einem regelmäßigen und zu hohem Konsum – einsetzen. Zu diesen Wirkungen können laut Angaben auf den Internetseiten des webbasierten Coaching-Angebots des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück e.V. bei Alkoholproblemen unter anderem Schäden an der Leber, am Gehirn sowie an der Magenschleimhaut und auch das Entstehen spezifischer Krebserkrankungen zählen. Es ist somit von hoher Bedeutung, den eigenen Alkoholkonsum – und somit auch den Konsum von Wein – im Blick und auch im Griff zu haben. Wichtig zu betonen ist hierbei, dass Institutionen, die Empfehlungen herausgeben, den Begriff „risikoarm“ nicht umsonst gewählt haben: Von Alkohol kann immer ein Risiko ausgehen. Somit bleibt es auch fraglich, ob die positiven Wirkungen, die man Wein zuspricht, diesen Nachteil wirklich aufwiegen können.

Genuss in Maßen – soviel Weiß- und Rotwein ist gut

Liebhaber von Rotwein, Riesling und Weißweinen müssen wissen, wie viel Alkohol sie ihrem Körper zumuten können, ohne unermessliche Risiken einzugehen. Wichtig ist es dabei auch, persönliche Merkmale mit einzubeziehen: So können zum Beispiel spezifische Erkrankungen und natürlich auch Schwangerschaften dazu führen, dass ein kompletter Verzicht auf Alkohol notwendig ist.

Auch manche Medikamente dürfen Sie nicht mit Alkohol kombinieren. Gesundheitlich beeinträchtigte Personen sollten aus diesem Grunde Rat bei ihrem Arzt suchen. In der Broschüre „Alkohol – Basisinformationen“, die von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V. herausgegeben wurde und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung abrufbar ist, findet man Informationen dazu, in welchen Maßen der Konsum von Alkohol als risikoarm einzustufen ist.

Fazit: Wie Weinkonsum und Gesundheit harmonieren

Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass es durchaus viele Anhaltspunkte dafür gibt, dass Wein positive Einflüsse auf unsere Gesundheit haben kann. Dies erscheint aber keineswegs eine Legitimation zu sein, Wein unkontrolliert zu konsumieren und sich somit spezifischen Risiken des Alkoholkonsums auszuliefern. Unser Tipp: Dieses stilvolle Getränk ebenso stilvoll genießen.

Ansonsten ist zu befürchten, dass sich die grundsätzlich positiven Eigenschaften von Wein in das Gegenteil verkehren: Eine herzschützende oder cholesterinsenkende Wirkung beispielsweise ist wenig wert, wenn andere Erkrankungen – etwa an der Leber oder am Magen – als Folge übermäßigen Alkoholkonsums auftreten. Zudem ist Gesundheit ein Zustand, der von vielen Faktoren beeinflusst wird: Der Konsum von Wein kann sicherlich nicht alle anderen alltäglichen Sünden wie Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung ungeschehen machen. Wer den Ratschlag aber beherzigt, Weiß- und Rotwein bewusst zu genießen – und nicht unbedacht in sich „hineinzuschütten“ – wird dieses traditionsreiche Getränk auf lange Zeit zu schätzen wissen.

Autorin:
Edith Obermaier, freie Journalistin, ist in den Weinbergen Italiens aufgewachsen und beschäftigt sich in ihrer Freizeit mit allen Themen rund um den edlen Tropfen.

Weiteres Infos im Web:
Weitere Informationen und Wissenswertes über Wein finden Sie hier.

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