Rum & Co – unsere Meinung

Das Thema Alkohol in Lebensmitteln ist in den letzten Wochen mehrmals in den Medien kursiert. „Rum im Joghurt, das darf nicht sein, das kann nicht sein und überhaupt wenn Kinder das in die Hände kriegen!“ So und ähnlich waren die Meinungen danach auch vielfältig zu hören. Keine Frage: Kinder müssen vor Alkohol geschützt werden!

Wie des öfteren, wurde aber die Diskussion leider nur sehr einseitig geführt und im Speziellen wurde ein Produkt eines österreichischen Traditionsunternehmens angegriffen, unserer Meinung sehr unsachlich, wenn man auch andere Produkte unter die Lupe nimmt. Denn die wirklichen Alkohol-Probleme hat nicht das Rum-Joghurt mit eindeutiger Kennzeichnung am Deckel („mit echtem Jamaica-Rum“) sondern vielmehr alkoholhaltige Produkte, die für Kinder produziert, beworben und täglich verzehrt werden und keine Alkoholkennzeichnung führen.

Alkohol – ein heikles Thema

Jedenfalls ist Alkohol in Lebensmitteln ein heikles Thema. Nicht nur für Kinder sondern auch im Rahmen der Suchtprävention ist das Thema keinesfalls außer acht zu lassen. Der mündige Konsument entscheidet anhand von Etiketten-Aufdrucken was er kauft und ob der Inhalt für ihn gesund oder passend ist. Kinder sind natürlich hier aufgrund ihres Alters stark benachteiligt, aber nicht nur dabei.

Alkohol in Kinderlebensmittel

Die etwas unsachlich medial geführte Diskussion rund um das „Rum-Joghurt“ relativiert sich sehr schnell, wenn man die Tatsache ins Auge fasst, dass zahlreiche Lebensmittel des alltäglichen Verzehrs einen Alkoholgehalt aufweisen ohne dass dieser extra am Etikett angeführt wird. Wirklich heftig wird es aber dann, wenn Kinderlebensmittel Alkohol enthalten.

Zur Erinnerung: medial ging es um ein gekennzeichnetes Joghurt „mit echtem Jamaica-Rum“, das geschmacklich eindeutig nach Rum schmeckt und riecht – eher ungewöhnlich wenn Kinder dieses becherweise verzehren, alleine wegen des intensiven Rum-Geschmacks. Doch wenn Kinder-Snack-Produkte Alkohol enthalten, die als gesunder Milch-Riegel oder als Kinder-Nascherei verkauft werden, wo bleibt hier die Diskussion und der mediale Hype?

Wo überall Alkohol drinnen ist!

Für alle die es ganz genau wissen wollen: Die Fachstelle für Suchprävention hat eine Broschüre herausgegeben, wo unter anderem auch dieses Thema behandelt wird. Diese Broschüre kann unter nachfolgendem Link heruntergeladen werden (PDF): http://www.vivid.at/_pdf/43c51a3e9b3af.pdf

Auf der Seite 76 und 77 dieser Broschüre wird eine umfangreiche Liste angeboten, aus der sämtliche Lebensmittel ersichtlich sind, die Alkohol enthalten. Einerseits heißt das für all jene die Alkohol besonders dramatisch in Lebensmitteln finden, dass sie ab sofort Sauerkraut und Essig meiden müssen. Andererseits wäre es für die Konsumentschützer an der Zeit, sich jene Produkte mit Alkoholgehalt vorzunehmen, die an Kinder verkauft werden und täglich in den Schulpausen verzehrt werden.

Hausgemachtes Tiramisu

Keine Rede war bisher von den hausgemachten feinen Spezialitäten zu Geburtstagspartys & Co. Manche Tiramisus, Malakofftorten oder Punschkrapfen machen mit ihrem Alkoholgehalt nicht nur dem „Rum-Joghurt“ starke Konkurrenz, sondern bereiten selbst dem Autofahrer Probleme, wenn im Planquadrat gefragt wird „Haben’s was getrunken?“ und im Kindersitz das angeheiterte Kind vor sich hin trällert.

Alkohol in Lebensmitteln – muß das sein?
Bitte um deine Bewertung