Weizenkleie machen satt und halten den Darm fit

  • WeizenkleieWeizenkleie © Oliver Rüttimann / Fotolia

Die Weizenkleie fällt im Verarbeitungsprozess von Weizen an. Früher lediglich als Tierfutter genutzt, ist sie längst in den Fokus der modernen Ernährungswissenschaft gelangt. Weizenkleie ist ein natürlicher, bewährter Ballaststofflieferant und wird heute in zahlreichen vollwertigen Ernährungsformen eingesetzt.

Was ist eigentlich Weizenkleie?

Bei der Verarbeitung des Weizenkorns zu Mehl fällt seine äußere, trockene Schale, die Aleuronschicht, als ein Restprodukt an. Nach Reinigung, Trocknung und nach dem Abpacken für den Verbrauch entsteht daraus die Kleie.
Als häufig verwendeter Bestandteil von Müsli und Backwaren liefert Weizenkleie jede Menge Ballaststoffe. Sie ist geschmacksneutral und lässt sich deswegen gut mit diversen anderen Zutaten mischen. Deshalb sind sie auch mit etwas Joghurt morgens der gesunde Starter in den Tag. Wichtig ist dazu ausreichend zu trinken, denn Weizenkleie quillt auf. Mit etwas Flüssigkeit entsteht daraus eine pastöse Masse. Füllt sich so der Darm, funktionieren die Darmbewegungen gleich viel besser und der Speisebrei wird flugs vorwärts geschoben.

Was ist in Weizenkleie enthalten?

Das sind die Inhaltsstoffe von Weizenkleie:

● Cellulose
● Hemicellulose
● Lignin
● Aminosäuren
Vitamine
● Mineralstoffe

Cellulose und Hemicellulose sind die pflanzlichen Hauptbestandteile von Weizenkleie. Sie haben die Aufgabe, den pflanzlichen Zellwänden Struktur zu geben. Außerdem ist Lignin enthalten. Die holzige Substanz gibt der Kleie eine bräunliche Färbung.
Wie in allen reinen Naturprodukten schwankt die Zusammensetzung des Aminosäureprofils und der enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe. Durchschnittlich sind etwa 30 Prozent Proteine und ca. sieben Prozent Lipide enthalten. Der durchschnittliche Vitamin- und Mineralstoffgehalt liegt bei sechs Prozent.

Ist Weizenkleie das gleiche wie Weizenkeime?

Nein: Während die Kleie als Nebenprodukt beim Mahlen der Weizenkörner anfällt, handelt es sich bei den Weizenkeimen um die noch nicht gekeimten Embryonen des Getreides.
Weizenkeime verfügen über ein geringeres Quellvermögen als Kleie, weil der Ballaststoffanteil kleiner ist. Weizenkeime sind reich an E-Vitaminen, Folsäure, Mineralien und Spurenelementen.

Gesundheitliche Wirkung von Weizenkleie

Regelmäßiger Verzehr von Weizenkleie sorgt für eine gute Darmperistaltik und ein ordentliches Stuhlvolumen. So wird träger Verdauung und einem allfälligen Völlegefühl wirkungsvoll vorgebeugt. Weizenkleie sättigt nachhaltig. Deshalb wird sie auch in der gezielten Behandlung von Adipositas eingesetzt.

Die Anwendung von Weizenkleie in der Küche

Die Weizenkleie wird nie roh, sondern erst nach dem ausreichenden Quellen verzehrt. Bald wird sich die Sättigung einstellen, weil die faserreichen Stoffe den Magen gut füllen und dort auch länger verweilen.
Dann erreicht die Kleie in unveränderter Form den Darmtrakt. Die hier tätigen Enzyme sind nicht in der Lage, Weizenkleie einfach zu verdauen – und so schiebt sich der Speisebrei vorwärts. Auf die Darmzotten wird eine reinigende Wirkung ausgeübt, so kann der Blutzuckerspiegel langsam ansteigen. Durch diesen Kneteffekt und den gezielten Vorschub werden zudem alte Ablagerungen ganz natürlich aus dem Darmtrakt entfernt.
Weizenkleie hat einen Ballaststoffanteil von 45,4 Gramm auf 100 Gramm.
Zusammen mit Roggenkleie ( 47,5 g auf 100 g) und mit schwarzen Johannisbeeren ( 67,8 g auf 100 g) gehört sie zu den effektivsten Ballaststofflieferanten, die zehnmal intensiver wirken als beispielsweise gekochte Kartoffeln.

Empfehlung zum Verzehr von Weißenkleie

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt den Verzehr von etwa 30 g Ballaststoffen täglich. Wer sich bis dato ballaststoffarm ernährte, sollte seinen Kleiekonsum peu à peu steigern, um den Darm moderat an die Naturkost zu gewöhnen.
Denn fest steht: Ein Mangel an Ballaststoffen führt schnell und leider auch spürbar zu Verstopfung. Der Genussfaktor beim Essen geht dann fix gegen Null – später können sich sogar Magen-Darm-Erkrankungen einstellen.

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