Vor etwa 20.000 Jahren wurde der Mensch sesshaft und der Homo sapiens begann, Landwirtschaft und Viehzucht zu betreiben. In den großen Zeiträumen davor durchstreiften die Menschen in kleinen Gruppen die Regionen. Sie folgten mitunter den großen Tierherden, wenn diese von ihren Winter- in ihre Sommerquartiere wechselten oder umgekehrt. Die Nahrung der damaligen Jäger und Sammler setzte sich aus dem zusammen, was täglich in den Wäldern und auf Wiesen zu finden war und was an jagdbaren Tieren erlegt werden konnte.

Der Begriff Paleo oder Paleodiät leitet sich aus dem Paläolithikum ab, dem Zeitraum der Altsteinzeit. Die Ernährung dieser Zeit zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die zur Verfügung stehenden Produkte weder gezüchtet noch weitergehend verarbeitet wurden. Also nur die essbaren Dinge, die die Natur ohne menschliches hinzutun hervorbringt.

Was ist der Grundgedanke der Paleo-Diät?

Die Theorie basiert auf der Annahme, dass sich der menschliche Körper im Laufe der Evolution genetisch an seine Umwelt anpasst. Dabei umfasst die menschliche Entwicklung mehrere Hunderttausend Jahre. Die Zeitspanne, seit der der Mensch selbst gezüchtete Lebensmittel zu sich nimmt, beträgt jedoch nur etwa 20.000 Jahre. Unser Organismus war zuvor über einen sehr viel längeren Zeitraum an eine quasi „wilde“ Ernährung gewohnt und genetisch darauf ausgerichtet. Die letzten Jahrtausende mit überwiegend menschlich beeinflusster Ernährung erlauben aufgrund der kurzen Zeitspanne keine genetische Anpassung. Unterstützt wird die Theorie durch Erkenntnisse der Paläopathologie, die am Übergang zur Landwirtschaft feststellen konnte, dass bereits zu diesem Zeitraum typische Zivilisationskrankheiten auftraten, die überwiegend mit der neuen Ernährung zusammenhängen. Daraus folgern die Vertreter der Paleo-Diät, dass die steinzeitliche Ernährung die einzige genetisch angepasste und damit richtige Ernährung ist.

Welche Nahrungsmittel beinhaltet die Paleo-Ernährung?

Eigentlich ist die Vorgabe klar. Überall wo der Mensch seine Finger im Spiel hat, ist die jeweilige Nahrung ungeeignet für Paleo. Das bedeutet beispielsweise:

  • Wildfrüchte,
  • Wildgemüse,
  • Wildkräuter,
  • Pilze,
  • Eier,
  • Nüsse und Kastanien,
  • Honig,
  • Wildfleisch,
  • Wildfisch,

aber auch Insekten, Würmer und Maden dürfen, müssen aber nicht gegessen werden. Diese waren in der Steinzeit durchaus wichtige Proteinlieferanten.

Was erlaubt die Paleo-Ernährung nicht?

Die Liste der Nahrungsmittel, die nicht der Paleo-Diät entsprechen, ist lang und umfasst im Grunde fast alles, was sich in heutigen Küchen- und Kühlschränken findet. Milch- und Milchprodukte genauso wie Getreideprodukte bis hin zum Brot. Zucker wie auch alkoholische Getränke und ebenso verarbeitete Öle und Fette sind ebenso wenig erlaubt.. Frisch gepresste Fruchtsäfte hingegen sind kein Problem.

Genau genommen ist es sehr schwierig, die Paleo-Diät wirklich korrekt einzuhalten. So finden sich praktisch keine Wildfrüchte oder Wildgemüse mehr, die nicht mit Zuchtprodukten gekreuzt sind. Ebenso kann es sich als schwierig und durchaus teuer erweisen, sich nur von Wildfleisch und Wildfisch als Proteinquelle zu ernähren.

Welche Vor- und Nachteile enthält die Paleo-Ernährung?

Sich gemäß der Paleo-Theorie zu ernähren, stellt keine Diät im eigentlichen Sinne dar, sondern eine Ernährungsumstellung. Damit fällt das Zählen der Kalorien schon einmal weg. Abgenommen wird trotzdem, obwohl kein Limit bei der Menge der Speisen besteht, die der oder die Einzelne zu sich nimmt.

Der wohl wichtigste Vorteil besteht darin, dass die ganzen Zusatzstoffe wegfallen, die die Lebensmittelindustrie in Fertigprodukte hineinpackt. Allein das Fehlen des zusätzlichen Zuckers in praktisch jedem Lebensmittel lässt die Pfunde automatisch purzeln.

Die größten Nachteile der Paleo-Ernährung liegen in der Beschaffung und dem damit verbundenen zeitlichen Aufwand, den Kosten und wiederum dem Aufwand bei der Zubereitung. Immerhin dürfen Paleogeeignete Nahrungsmittel ruhig eingefroren werden.

Sind bei Paleo gesundheitliche Gefahren zu befürchten?

Für eine gesunde Person, die nur am weitverbreiteten Übergewicht leidet, stellt Paleo keine Gefahr dar. Auch Mangelerscheinungen sind nicht zu befürchten, wenn sich die Ernährung entsprechend abwechselnd gestaltet. Sicher wird der Stoffwechsel einige Zeit benötigen, um sich auf die neue Ernährung einzustellen. Erfahrungswerte zeigen jedoch, dass diese Umstellung recht schnell erfolgt und sich das allgemeine Wohlbefinden deutlich verbessert.

Paleo-Diät – essen wie Jäger und Sammler
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