Laktoseintoleranz / Milchzuckerunverträglichkeit

Laktose ist Milchzucker

Lebensmittelunverträglichkeiten

Lebensmittelunverträglichkeiten © NiDerLander-Fotolia.com

An einer Laktoseintoleranz oder Milchzuckerunverträglichkeit leiden mehr Menschen als man glauben möchte, doch ist Milch trotzdem in unserer europäischen Bevölkerung so gut wie ein Grundnahrungsmittel. Als Säugling ist es die Hauptnahrung, als Kind trinkt man gerne Milch oder isst Milch zum Müsli und im Erwachsenenalter nimmt man Milch öfters zu sich, als man vorerst annehmen würde. Denn nicht nur im Kaffee ist Milch drinnen.

Die Bestandteile der Milch werden in vielerlei Lebensmittelproduktionen verwendet und da vor allem der Milchzucker. Milchzucker ist quasi der umgangssprachliche Ausdruck für Laktose.

Laktoseintoleranz = Milchzuckerunverträglichkeit

Das heißt, wenn Sie an einer diagnostizierten Laktoseintoleranz leiden, dass Sie den Milchzucker in der Milch nicht vertragen. Ganz einfach ausgedrückt bedeutet das, dass Ihr Darm den Milchzucker nicht „verdauen“ kann. Milchzucker muss im Darm chemisch gespalten werden, sodass dieser vom Dünndarm aufgenommen werden kann. Für diesen Spaltvorgang benötigt Ihr Darm ein bestimmtes Enzym (die Lactase), die diesen Milchzucker zerteilt.

Und dieses Enzym, die Lactase, ist das eigentliche Problem an der ganzen Geschichte rund um die Laktoseintoleranz. Bei Menschen die an einer Laktoseintoleranz leiden, fehlt diese Lactase entweder überhaupt oder ist nur in zu geringem Maße vorhanden.

Im Säuglingsalter ist die Lactase immer in ausreichender Menge vorhanden, von Natur aus. Denn Säuglinge müssen ja von dem Milchzucker in der Muttermilch leben und wachsen. Bei einem Großteil der Weltbevölkerung baut sich die Fähigkeit Lactase zu bilden bis zum fünften Lebensjahr ab – dies betrifft besonders jene Kulturen, die nicht von Milch oder von der Milchwirtschaft leben. Doch auch bei einigen in unserer europäischen Kultur verliert sich diese Fähigkeit und damit entsteht die Laktoseintoleranz.

Laktoseintoleranz und Milchzuckerunverträglichkeit kann in zwei verschiedenen Formen vorliegen:

  1. Entweder kann Ihr Körper die Lactase überhaupt nicht mehr produzieren
  2. oder Ihr Darm ist beschädigt, sodass er im Augenblick keine produzieren kann.

Im einen Fall muss mit der Laktoseintoleranz gelebt werden und im anderen Fall bestehen meist gute Chancen wieder in gewissem Maße Milchprodukte zu vertragen. Die Laktoseintoleranz darf auch nicht mit einer Kuhmilchallergie verwechselt werden. Denn bei einer Kuhmilchallergie reagiert der Körper auf ein Eiweiß der Milch allergisch!

Milchzucker wird als Abführmittel verwendet

Wahrscheinlich hatten Sie schon mal eine Verstopfung und bekamen vielleicht Milchzucker als Abführmittel. Diese abführende Wirkung lässt sich ganz einfach darauf zurückführen, dass Ihr Körper diese große Menge an ihm zugeführten Milchzucker nicht aufspalten kann (es ist nicht genügende Lactase auf einmal vorhanden), sodass Ihr Körper mit „unangenehmen“ Stoffwechselprodukten fertig werden muss. Dies tut er, indem er diese möglichst schnell wieder ausscheidet und es kommt zu einer durchfallsartigen Entleerung.

Anhand von diesem Beispiel können auch die Symptome einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) festgestellt werden.

Symptome sind:

  • Blähungen,
  • Bauchschmerzen,
  • Durchfall,
  • Übelkeit
  • und Unwohlsein.

Sollten Sie an solch undefinierbaren Symptomen leiden, führt Sie der beste Weg zu Ihrem Hausarzt. Denn dieser kann Ihnen wirklich helfen. Sie selbst können jedoch einiges tun, um festzustellen, ob Sie eventuell Milchzucker nicht vertragen. Wenn Sie ähnliche Symptome haben, dann lassen Sie ganz einfach für einige Tage jeglichen Milchzucker weg und beobachten die Reaktion Ihres Darmes. Bessern sich die Symptome quasi wie über Nacht, könnte eine solche Unverträglichkeit vorliegen. Sie sollten dies genau Ihrem Hausarzt mitteilen, der dann weitere Untersuchungen durchführen wird.

Laktose nicht nur in der Milch vorhanden

Aufpassen muss man auf jeden Fall aber dabei, dass man nicht ungewollt Laktose zu sich nimmt, denn nicht nur in Milch und in manchen Milchprodukten ist Milchzucker enthalten. Milchzucker ist ein mehr oder weniger großer Bestandteil von industriell hergestellten Lebensmittel (wie z.B. Wurst). Milchzucker wird als Geschmacksverstärker, Aromaträger und Füllstoff verwendet. Das bedeutet für Sie, dass Sie Inhaltsangaben auf Verpackungen genau studieren müssen! Auch die meisten Tabletten werden aus Milchzucker hergestellt. Einmal mehr gilt auch hier: Selbstgemacht und Selbstgekocht ist der beste Weg zu einer Besserung bzw. zu einer gesunden Ernährung. Denn nur so wissen Sie was wirklich drinnen ist!

Leben mit Laktoseintoleranz

Verzweifeln Sie nicht, wenn Ihr Arzt die Diagnose stellt, dass Sie Milchzucker nicht vertragen! Eine Ernährungsberatung kann Ihnen wirklich helfen, denn diese zeigt Ihnen ganz bestimmt einen Weg, der für Sie einfach zu gehen ist. Viele natürliche Lebensmittel und selbstgekochte Speisen enthalten überhaupt keinen Milchzucker. Eine gewisse kleine Umstellung ist natürlich vonnöten. Und vor allem: Sie brauchen nicht immer auf Milchprodukte zu verzichten, denn meist besteht eine Möglichkeit gut damit umzugehen. So zum Beispiel gibt es das notwendige Enzym (die Lactase) in Tablettenform. Diese können Sie einnehmen und übernehmen die Arbeit des Aufspaltens in Ihrem Darm. Die Grenzen wie viel Sie dabei an Milch vertragen oder nicht, muss man ausloten – die Ernährungsberatung ist der wichtigste Weg dorthin.

All jene, deren Körper die Lactase genetisch bedingt überhaupt nicht mehr bilden kann, müssen großteils auf Milch in dieser Form verzichten. Das bedeutet, dass Sie die wichtigen Bestandteile der Milch, ohne die der Körper nicht leben kann, auf eine andere Art und Weise dem Körper geben muss – das betrifft vor allem Kalzium und Vitamin D. Die europäische Bevölkerung ist in dieser Hinsicht schon fast abhängig von Milchprodukten, wohingegen andere Bevölkerungen (die generell ohne Milch leben) dies nicht notwendig haben, da dieser Bedarf durch andere Nahrungsmittel gedeckt wird.

Auch hier wieder sollten Sie Ihren Arzt konsultieren oder eine gezielte Ernährungsberatung in Anspruch nehmen, der oder die Ihnen genaue Anweisungen geben, wie Sie Ihren Kalziumbedarf ohne Milch decken können (Kalzium ist z.B. in Fenchel, Brokkoli und Spinat enthalten).

Weitere Informationen finden sie auf: Laktobase.at – Ein Infoportal zum Thema Laktoseintoleranz mit Basisinformationen, Tipps für laktosefreies Leben und detaillierten Fachinformationen zum Thema Laktoseintoleranz.


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