Ein gestörter Insulinstoffwechsel kann im Zusammenhang mit einem hormonellen Ungleichgewicht zur Unfruchtbarkeit bei Frauen führen. Er führt möglicherweise zum PCOS (polycystisches Ovarsyndrom), das sich in komplexen Symptomen äußert und behandelt werden kann.

Wer kann von PCOS betroffen sein?

Es gibt wenig aussagekräftige Studien, doch Schätzungen belaufen sich auf mindestens vier bis möglicherweise 12 Prozent der gebärfähigen europäischen Frauen zwischen dem 14. und 45. Lebensjahr von PCOS betroffen sind. Bei diesen Frauen werden polyzystische Ovarien festgestellt, also Zysten in den Eierstöcken. Zur Diagnose PCOS kommt, es wenn es sich um mindestens 12 subkapsuläre Zysten mit sehr kleinem Querschnitt (maximal 10 mm) handelt. Die Diagnose kann mit Ultraschalldiagnostik erfolgen. Diese Zysten können im Zusammenspiel mit anderen Faktoren zur Unfruchtbarkeit führen. Viele Zysten an sich sind nicht besorgniserregend, wenn sie beim Eisprung die erforderliche Größe um 20 mm erreichen.

PCOS Symptome

Die aufgeführten Symptome müssen nicht alle auftreten:

  • unregelmäßiger Zyklus mit verspätetem oder ausbleibenden Eisprung, auch Oligomenorrhoe (verlängerter Zyklus über 35 Tage)
  • eingeschränkte Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit
  • übermäßiger Körperhaarwuchs
  • Gewichtszunahme besonders durch Bauchfett
  • Stimmungsschwankungen bis zu leichten Depressionen

Ein PCOS lässt auch beim Vorliegen dieser Symptome nicht leicht erkennen, denn für die Differentialdiagnose müssen andere Ursachen wie Gewebs- oder Organvergrößerungen sowie Tumore im Nebennieren- und Eierstockbereich ausgeschlossen werden.

Ursachen von PCOS

Vermutlich eine genetische Veranlagung führt bei den betroffenen Frauen zur vermehrten Ausschüttung von Androgenen (männlichen Hormonen), die durch eine erhöhte Insulinausschüttung zusätzlich unterstützt wird. Die Testosteronwerte sind erhöht, sie hemmen das Wachstum der reifenden Eizellen. Darüber hinaus sind weitere Hormone beteiligt. Nach den sogenannten Rotterdam-Kriterien (benannt nach einer wissenschaftlichen Konferenz in Rotterdam im Jahr 2003) müssen mehrere Faktoren zusammenspielen, um eindeutig PCOS zu diagnostizieren. Dieses kann demnach sogar ohne das Auftreten polyzystischer Ovarien vorliegen, obgleich dieser Fall sehr selten ist. Entscheidend ist der verzögerte oder ausbleibende Eisprung, der zur Unfruchtbarkeit führt. Ein eindeutiger Risikofaktor für ein sich schnell entwickelndes PCOS ist Übergewicht bis hin zur Adipositas. Frauen dieser Risikogruppe können mit 30%iger Wahrscheinlichkeit an PCOS erkranken, bei normalgewichtigen Frauen beträgt das Risiko 5 – 12 % (siehe oben). Prekär an der korrekten Bewertung ist, dass Übergewicht gleichzeitig ein Symptom der Krankheit und ein Risikofaktor für das Entstehen von PCOS ist. Eine Insulinresistenz begünstigt die Entstehung ebenfalls, Diabetikerinnen sind überdurchschnittlich oft betroffen. Diabetes ist wiederum an sich mit Übergewicht assoziiert.

PCOS Therapie

Eine Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten ist bei der Therapie sehr hilfreich und gilt als sanfte Behandlungsform. Es gibt eine spezielle PCOS-Diät, die auch auf eine günstigere Zusammensetzung der Nahrung abzielt. Fett soll abgebaut werden, dabei ist Sport hilfreich. Low Carb Diäten helfen (Reduktion von Kohlehydraten, mehr Proteine und Aminosäuren), außerdem bewährt sich – mit jüngeren Studien nachgewiesen – die Einnahme der vitaminähnlichen Substanz Inositol. Diese beeinflusst positiv sowohl den Blutzuckerspiegel als auch das hormonelle Gleichgewicht. Die Anwendung ist sicher, Inositol ist eine natürlich im Körper vorkommende Substanz. Die neun Inositol-Varianten sind als Nahrungsergänzung frei verkäuflich. Als sehr wirksam empfohlen wird die Kombination myo-Inositol + d-chiro-Inositol, die durch alpha-Liponsäure und weitere Vitamine und Antioxidantien ergänzt werden kann.

Unfruchtbarkeit, PCOS und Insulinstoffwechsel
Bitte um deine Bewertung