Basis für eine gesunde Ernährung

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“ – ein altes Sprichwort, das in vielen Bereichen sicher heutzutage nicht mehr gültig ist. Doch eines ist fast unbestritten: die Grundsteine für eine gesunde Ernährung werden bereits im Kindesalter gelegt. Mit den Kindern kochen leistet nicht nur einen wertvollen Basis-Beitrag, sondern macht den Kindern auch riesig Spaß, wenn man weiß wie man Kinder zum Kochen motiviert.

Motivations-Training

Zu Beginn steht also jedenfalls die eigenen Einstellung zum Kochen bzw. auch die Motivation dazu, sich mit den eigenen Kindern in der Küche hinzustellen, sich Zeit zu nehmen dafür. Als Alternativprogramm zum Fernseher oder PC, ist Kochen ein wahrer Gesellschaftskünstler, denn durchs Kochen kommen die Leute zusammen, in diesem Fall die Eltern mit den Kindern. Es muß ja nicht gleich riesig groß aufgekocht werden, aber selbst geschnippeltes Gemüse und selbstgekochte Suppe schmeckt den Kindern sicher lecker.

Tipps von der Expertin

ISSGesund.at hat zum Thema „Kochen mit Kindern“ eine Expertin befragt. Mag. Angelika Kirchmaier ist selber Mutter und weiß daher ganz genau, wo die Schwierigkeiten liegen und hat die besten Tipps parat, wie Sie sich und die Kinder dazu motivieren können, gemeinsam zu kochen. Ein paar wife Tricks reichen, um aus dem Kochen ein richtiges Familienevent zu machen.

Macht es Spaß?

ISSGesund.at: „Kochen Sie mit Ihren Kindern und macht es Ihnen und den Kindern Spaß?“

Mag. Kirchmaier: „Ja, wir kochen sehr gerne gemeinsam und es macht großen Spaß. Außer wenn es schnell gehen muss, d. h. wenn ich z. B. kurz vor Mittag vom Dienst nach Hause komme und dann bald wieder in den Dienst muss, dann koche ich alleine, da das schneller geht.“

Kinder helfen gerne

ISSGesund.at: „Ganz junge Kinder möchten fast ausnahmslos überall mithelfen. Denn was die Großen Machen ist „cool“. Dieses Interesse verliert sich meist mit der Zeit. Sind die Eltern schuld daran, dass Kinder plötzlich Küchenarbeit gar nicht mehr so „cool“ finden?“

Mag. Kirchmaier: „Nein, diese Entwicklung ist ganz normal. Kinder verlieren ja nicht nur das Interesse am Kochen, sondern z. B. auch am Aufräumen des Zimmers. Wenn einmal das Fieber geweckt wurde, kommt es auch wieder, spätestens dann, wenn die Kinder selber Eltern werden.“

Wie oft?

ISSGesund.at: „Natürlich geht Kochen mit Kindern nicht jeden Tag. Wie oft würden Sie empfehlen, sich die Zeit zu nehmen mit den Kindern zu kochen?“

Mag. Kirchmaier: „Je öfter desto besser, mindestens aber 1 x pro Woche, z. B. am Sonntag, also an einem Tag, an dem es von Haus aus stressfrei ist.“

Lernen in der Küche

Kochen mit Kindern bedeutet auch „Lernstunde“ in der Küche. Denn dabei lernen die Kinder die verschiedenen Lebensmittel kennen, aus denen leckere Gerichte gezaubert werden. Das bedeutet aber, dass man dabei auch mit den verschiedensten Grundzutaten und natürlichen Lebensmitteln kochen muß. So lernt Ihr Kind wie die verschiedenen Gemüsesorten ungekocht aussehen, wie diese riechen, wie sich dies anfühlen und wie diese dann verarbeitet werden. Damit wird Ihr Kind jedenfalls auch garantiert mehr Wertschätzung für das gekochte Essen erfahren.

Die Mühe lohnt sich

Wenn man mit Kindern kocht, mag das zwar anstrengend und zeitaufwändig sein, aber es lohnt sich allemal, besonders später, wo dann die größeren Kinder für Sie das eine oder andere leckere Mahl zubereiten, ohne Fertigpackerlsuppe. Wie Sie Ihre Kinder am einfachsten für das Kochen motivieren, zeigt Ihnen die Expertin Mag. Kirchmaier.

Tipps von der Expertin

ISSGesund.at: „Was empfehlen Sie, soll gekocht werden? Gibt es Eltern-Kind-Koch-Menüs?“

Mag. Kirchmaier: „Jedes Gericht kann sich zu einem Eltern-Kind-Koch-Menü entpuppen. Es gibt in jedem Gericht Zutaten, die von den Kindern vor- und zubereitet werden können und wenn es sich nur um das Schneiden von Gemüse oder das Hinein streuen von Kräutern handelt. Erwarten Sie von Ihren Kindern nicht, dass sie bis zum Schluss mit vollem Eifer bei der Küchenarbeit mithelfen wollen. Oft flacht die anfängliche Euphorie nach ein paar Minuten ab. Zwingen Sie Ihre Kinder nicht weiter mit zu helfen, das führt eher zu einer Abneigung. Stattdessen kann sich Ihr Kind um das Decken des Tisches, die Getränke etc. kümmern. “

Weg vom PC

ISSGesund.at: „Mit welchen Tricks können die Kinder von ihrem PC in die Küche geholt werden?“

Mag. Kirchmaier: „Lassen Sie die Kinder bei der Entstehung des Speiseplans mitwirken. D. h. von der Auswahl der Gerichte bis hin zum Einkauf. Planen Sie einen oder mehrere fixe Tage ein, an denen ihr Kind mithelfen darf. So kann sich Ihr Kind auf die Aufgabe vorbereiten. Sinnvoll ist es, an diesen Tagen genau die Gerichte zu kochen, die sich Ihr Kind selber ausgesucht hat. Ab dem Schulalter kann ein entspanntes gemeinsames Mittagessen oft viel mehr zur gesunden Ernährung beitragen als die tägliche Mithilfe beim Kochen.“

Mit Spaß dabei!

ISSGesund.at: „Kann Kochen auch lustig sein und Spaß machen?“

Mag. Kirchmaier: „Ja, wenn man spielerisch kocht und alle Sinne mit einfließen lässt. Das Gehör wenn es um das Kosten von z. B. frischen Karotten geht, die Nase, wenn Kräuter und Gewürze ins Spiel kommen, die Augen, wenn es sich um besonders schöne Formen oder Farben handelt, den Tastsinn, wenn es um das Blind-Erraten von Lebensmitteln geht und den Geschmackssinn, wenn der unterschiedliche Geschmack ein und desselben Lebensmittels erschmeckt wird. Z. B. Schmeckt eine Ananas am Blattansatz anders als am Stielansatz.“

Kochen mit Kindern
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