Rein statt raus aus der Küche!

„Kinder haben in der Küche nichts verloren!“ oder „Viel zu gefährlich für Euch“ – das ist oft immer noch die landläufige Regel. Wenn gekocht wird, Lebensmittel vorbereitet werden und die Kochtöpfe und Pfannen gezückt werden, haben Kinder plötzlich in der Küche nichts mehr zu sagen. Natürlich nicht ganz ohne Grund: Denn Kochen mit Kindern ist nicht bequem. Vor allem wenn Kochen nebenbei erledigt wird, sind die Kinder in der Küche nur eine zusätzliche Belastung.

Das Ergebnis ist, das viele Kinder heutzutage einfach gar nicht mehr Kochen können und den Bezug zur Verarbeitung von Lebensmitteln verlieren. Der aid-infodienst räumt aber nun endgültig damit auf: „Wer sich aus dem vielfältigen Angebot an frischen Lebensmitteln selbstständig leckere, kleine Gerichte zaubern kann, der ist nicht auf Snacks und Fastfood angewiesen.“

Kochen lernen statt Fastfood

Genau das sollte das Ziel jeder Ernährungserziehung sein: Werte vermitteln, was gesund und was nicht gesund ist. Grundlage dafür ist das Erlernen des richtigen Umganges mit Lebensmitteln und die Zubereitung von gesunden Speisen. Der aid empfiehlt deshalb:

„Liebe Eltern, lasst also die Kinder in die Küche! Auch, wenn es anfangs etwas Zeit und Mühe kostet. Die Küche ist für Kinder ein spannendes und lehrreiches Spielfeld. Hier können sie rühren, reiben, kneten, wiegen und abschmecken. Und wer sein Essen selbst zubereitet, ist eher bereit, auch neue Lebensmittel oder Gerichte zu probieren. Die „falsch“ aufgeschnittene und ausgepresste Zitrone oder harte Nudeln sind dabei wichtige Erfahrungen.“

Gefahren in der Küche

Natürlich gibt es in der Küche große Gefahrenpotentiale. Das darf nicht vergessen werden. Wichtig ist, dass Kinder nie unbeaufsichtigt in der Küche selber werken. Die Küche sollte mit Geduld und genügend Zeit zu einer „Lehrwerkstätte“ umfunktioniert werden. Mit Hilfe der Eltern können auch schon Grundschuldkinder (Volksschüler) lernen, mit Messern und anderen Küchengeräten umzugehen – unter ständiger Beobachtung und Beaufsichtigung der Eltern.

Der aid empfhielt wieder dazu: „Beim Schneiden von Obst und Gemüse sollten sie unbedingt den so genannten „Krallengriff“ anwenden. Dabei formt die Hand, die das Gemüse hält, eine Kralle; die andere Hand schneidet mit dem Messer.“ Besondere Gefahrenquellen sind natürlich auch heiße Pfannen, kochendes Wasser und vieles mehr. Ständige Beobachtung und vorallem das Alter der Kindern ist zu berücksichtigen, sodaß keine Verletzungsgefahren entstehen.

Den Kindern gemeinsame Zeit schenken

Zeit und Mühe kostet es, wenn Kinder in der Küche mithelfen. Doch der Lohn dafür ist, dass Kinder echte Wertschätzung für das Essen bekommen. Ausserdem wird ihnen eine gute Basis für eine spätere gesunde Ernährung vermittelt – und das ist das eigentliche Ziel. Deshalb sollten Sie Ihrem Kind genügend Zeit widmen, auch Zeit in der Küche. So wird Kochen zum Familienevent.

Informationsquelle:
aid infodienst
Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V.
Friedrich-Ebert-Str. 3
53177 Bonn
Tel. 0228 8499-0
Internet: http://www.aid.de

Kinder an die Kochtöpfe!
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