Küchen dieser Welt

Die internationale Küche zeigt beeindruckend die Gegensätzlichkeiten von Ländern, ihren Einwohnern und deren Kulturen auf. Längst hat die Globalisierung Pizza, Döner, Sushi und Nasi Goreng auf heimische Esstische gebracht. Dass die internationale Küche allerdings noch viel mehr bereithält, veranschaulicht bedeutsam eine kulinarische Rundreise.

Abwechslungsreich und multikulturell

Nichts spricht gegen regionale Hausmannskost. Natürlich liebt der Bayer seine Weißwurst und der Ostfriese den Labskaus oder der Österreicher sein Wiener Schnitzel. Die landeseigenen Speisen und Gerichte sind aber nicht alles. Die internationale Küche stellt keinerlei Konkurrenz dar. Zweifelsohne ist die internationale Küche aber eine absolute Bereicherung.

Wir haben die wichtigsten Küchen dieser Welt zusammengestellt und bieten damit eine Weltreise durch die internationalen Küchen dieser Welt.

Afrikanische Küche

Afrikanische Küche

Afrikanische Küche © Emir Simsek – Fotolia.com

Afrika ist ein riesiger Kontinent auf dem über dreitausend ethnische Gruppen beheimatet sind. Da ist es kaum verwunderlich, dass es keine einheitliche afrikanische Küche gibt. Eine grobe Unterteilung in vier kulinarische Regionen (Nordafrika, Äthiopien, Schwarzafrika und Südafrika) spiegelt bereits die Gegensätzlichkeit und Vielfalt wider.

In Nordafrika (zum Beispiel Tunesien, Marokko) werden viele orientalische Speisen zubereitet. Couscous gilt hier als Grundnahrungsmittel und wird, kalt oder warm, zu Fleisch- und Geflügelgerichten gereicht. Couscous ist sehr vielseitig einsetzbar und dient somit sogar zur Zubereitung schmackhafter Salate. In Mosambik ist Massamba ein absolutes Muss. Um das für diese Region typische Gericht aus Kokosmilch, Maniokblättern, Erdnuss, Xima und Grillfisch kommt keiner herum.

Südafrikas Küche hingegen ist stark von den Einwanderern geprägt. Hier geht es sowohl malaiisch und indonesisch als auch holländisch, deutsch und englisch zu. Eine bestimmte Form des Grillens (Braai) wird in Südafrika allerorts zelebriert. Hierbei werden zumeist Geflügel und Fleisch Holzglut gegart. Doch es darf auch gerne Hähnchencurry, Bananenbrot oder Maisküchlein sein. In der schwarzafrikanischen Küche fehlen niemals Mais, Kochbananen, Yam-Wurzeln und Maniok. Aus diesen Zutaten wird ein in dieser Region sehr beliebter Brei zubereitet (Foufou). Erdnusssoßen dienen der Verfeinerung. In Äthiopien sollte jeder Reisende einmal Injera probieren.

Das gesäuerte Fladenbrot wurde ursprünglich aus Teffmehl gebacken. Mittlerweile wird es häufig aus Weizen- oder Reismehl hergestellt. Nicht zuletzt ist Äthiopien auch bekannt für seine Soßen (Wots). Egal ob Fleischsoße oder vegetarisch zubereitet, ohne milde bis scharfe Wots geht nichts. Zur Injera passt hervorragend die scharfe Doro Wot aus Ei und Huhn.

Australische Küche

Australische Küche

Australische Küche © moonrun – Fotolia.com

Die australische Küche hatte lange Zeit nicht den besten Ruf. Der englische Einfluss, der allerdings immer weniger wird, machte ihr zu schaffen. Dabei hat Australien einiges an kulinarischen Köstlichkeiten zu bieten.

Das zarte, feine Kängurufleisch, das lange Zeit nur den Touristen serviert wurde, wird mittlerweile allerorts als äußerst schmackhaftes Chili zubereitet. Australien besinnt sich ohnehin immer mehr auf heimische Nahrungsmittel. Bushfood in Form von Krokodilfleisch und Emu mag ein wenig exotisch anmuten. Beide Fleischsorten lassen sich jedoch zu grandiosen Gaumenfreuden herrichten, wobei das Emufleisch dem Straußenfleisch sehr ähnlich ist. Zu vielen australischen Gerichten wird Wein gereicht. Der australische Wein ist einer der weltbesten Weine überhaupt und setzt manch einer Mahlzeit die Krone auf.

Neben Lamm, Rindersteaks und Entenbrüsten steht in der australischen Küche die Seafood ganz oben an. Die Meeresfrüchteplatten als genial zu bezeichnen, grenzt noch an Untertreibung angesichts der riesigen Vielfalt. Hummer, Krebse, Tintenfische, Austern und Garnelen laden, dekorativ angerichtet, förmlich zu einer exzessiven Schlemmerei ein. Der Fisch Australiens schlechthin ist der Barramundi, ein barschähnlicher Fisch. Sein wohlschmeckendes weißes, sehr zartes Fleisch macht ihn zum beliebtesten Speisefisch der Nation.

Dennoch sollte kein Australienurlauber nach Hause reisen, ohne nicht vorher eine Meat Pie (Hackfleischkuchen), eine Sausage Roll (Wurst im Teigmantel) und eine Pavlova (kalorienreiche, gefüllte Torte mit Baiser, Früchten und Sahne) probiert zu haben. Neben dem typischen Barbecue sind diese drei Speisen zweifelsohne die Nationalgerichte der australischen Küche. Den täglichen Vitaminbedarf zu decken fällt in Australien, angesichts frischer Kiwis, Papayas und Mangos, nicht schwer.

Chinesische Küche

Chinesische Küche

Chinesische Küche © moonrun – Fotolia.com

Die chinesische Küche stellt sich bunt und abwechslungsreich dar. Klar ersichtlich ist, dass die Kultur Chinas, die sich auf einige Jahrtausende gründet, in die Menüvielfalt einfließt. Die weitverbreitete europäische Ansicht, dass die chinesische Küche sich allerorts einheitlich gibt, ist nicht korrekt.

Chinas Küche teilt sich in Regionalküchen (Südosten, Ostküste, Nordosten, Mittelchina und Westen) oder auch spezielle Küchen ein. Daraus ergibt sich, dass längst nicht überall so exotisch gespeist wird, dass es den Europäern den Magen verdreht. Keineswegs werden allerorts in China Insekten, Schlangen oder gar Haustiere, wie Hunde und Katzen verzehrt. Diese skurril anmutende Esskultur ist überwiegend in der Südregion Chinas verbreitet. Reis stellt in China das Hauptgrundnahrungsmittel dar. Darüber hinaus dient er, neben Glas- und Reisnudeln, fast jedem Gericht als Beilage. Ein Highlight der chinesischen Küche sind sicherlich die zahlreichen Entengerichte. Fast scheint es, als sei die Pekingente der Exportschlager Chinas schlechthin. Zudem versteht sich die chinesische Küche ausgezeichnet auf die Zubereitung von Hühnchen-, Schweine- und Rindfleisch.

In allen regionalen Küchen Chinas weisen die Soßen eine gewisse Schärfe auf. Grundsätzlich geht es im Süden schärfer zu als im Norden. Eine Gemeinsamkeit aller chinesischen Regionalküchen obliegt der Gemüsezubereitung. Rohkost wird nur einer kurzen Garzeit unterzogen. Egal ob Bambussprossen, Möhren, Sojabohnenkeimlinge oder Kohl, alles wird bissfest und vitaminreich serviert. Längst haben die chinesischen Wokgerichte in europäischen Küchen Einzug gehalten. Auch Sojasoße, Tofu, Frühlingsrolle und süßsaueres Schweinefleisch gehören mittlerweile zum internationalen Küchenstandard. Gewürzt werden chinesische Speisen recht unterschiedlich. Die Gewürzvielfalt ist schier unerschöpflich. Zu den bekanntesten Gewürzen zählen Anis, Koriander, Fenchel, Ingwer, Galgant, Knoblauch, Paprika, Szechuanpfeffer und deren zahlreiche Gewürzmischungen. Auf Milchprodukte wird in der chinesischen Küche aufgrund einer hohen Laktoseintoleranz der Bevölkerung weitestgehend verzichtet.

Indische Küche

Indische Küche

Indische Küche © moonrun – Fotolia.com

Indien, der südasiatische Staat der Superlative, besticht nicht zuletzt durch seine vielen verschiedenen Gesichter. Diese Gegensätzlichkeiten charakterisieren auch die indische Küche. Verzehren die Hindus kein Rindfleisch, so stellt für die muslimische Bevölkerung das Schweinefleisch ein Tabu dar. Dennoch gibt es bestimmte Charakteristika der indischen Küche. Dazu kann sicherlich die beeindruckende Gewürzvielfalt gezählt werden, bei der handverlesene Currymischungen den Toprang belegen.

Des Weiteren begleiten den Indienreisenden allerorts typisch indische Soßen, deren Schärfe sich wie ein gut gehütetes Geheimnis auf die Geschmacksnerven legt. Mixturen aus Pfeffer, Bockshornklee, Kardamom, Kurkuma, Kreuzkümmel, Safran und schwarzem Senf fügen sich zu unergründlichen Gaumenfreuden zusammen. Die indische Küche steht sowohl unter orientalischen als auch westlichen Einflüssen. Hier reicht die Vielfalt vom Pilaw (Reisgericht) bis hin zu Chili, Tomaten und Kartoffeln. Einen Hauptanteil der indischen Küche nehmen Hühnchengerichte ein. Als Beilagen werden gerne Trockenfrüchte, Nüsse, Fladenbrote oder auch Reis serviert. Letzterer zählt in Indien, wie auch verschiedene Hülsenfrüchte (Kichererbsen, rote Linsen oder Bohnen) zur sättigenden Grundnahrung.

Dass so gut wie nichts ohne Curry geht, stellt jede Speisekarte eindrucksvoll unter Beweis. Linsen-, Hähnchen-, Lamm- und Kichererbsencurry sind nur vier von scheinbar unzähligen Currygerichten. In der indischen Küche müssen es längst nicht immer Fleischgerichte sein. Vegetarier werden auf ihre Kosten kommen. Für die Inder stehen Fleischgerichte nicht unbedingt auf dem ersten Platz. Der tägliche Bedarf wird eher durch den Verzehr von Milchprodukten (Ghee oder Joghurt), Couscous, Reispudding und Hülsenfrüchten gedeckt. Wieder einmal ist es auch hier die Gewürzvielfalt, die selbst diese einfachen Speisen erstaunlich nachhaltig verfeinert.

Japanische Küche

Japanische Küche

Japanische Küche © moonrun – Fotolia.com

Die japanische Küche hat längst nicht nur Sushi zu bieten. Weitaus weniger roher Fisch als die westliche Welt vermutet wird in Japan verzehrt. Charakteristisch ist die Frische der japanischen Küche. Grundlage bildet neben dem Reis sehr viel Gemüse.

Ein absolutes Muss sind Meeresfrüchte und Fisch. Weitere beliebte Nahrungsmittel sind Eier, Tofu und Nudeln. Letztere werden gekocht oder gebraten serviert. Die Udon sind eine der beliebtesten Nudelsorten. Hierbei handelt es sich um weiße, besonders dicke Weizennudeln. Die extrem dünnen Somen (Fadennudeln) bilden den genauen Gegensatz. Im Sommer werden sie häufig kalt verköstigt. Eine höchst populäre Nudelsorte sind zudem die Soba. Diese braunen Buchweizennudeln dienen in der japanischen Küche als beliebte Beilage. Grundsätzlich werden japanische Speisen mit wenig Öl zubereitet und sind fettarm. Sie zeichnen sich durch Leichtigkeit aus. Gewürze werden, im Gegensatz zu China, eher sparsam eingesetzt.

Japaner setzen auf den Erhalt des Eigengeschmacks, wobei allerdings die Sojasoße sehr häufig zum Einsatz kommt. Fleischgerichte nehmen zwar in der japanischen Küche nicht den obersten Rang ein, werden jedoch durchaus schmackhaft zubereitet. Am liebsten mögen die Japaner gegrilltes Fleisch oder Fleischspieße. Grundsätzlich wird viel Wert auf die Optik gelegt. Getreu dem Motto “Das Auge isst mit”, präsentiert sich die japanische Küche immer appetitlich angerichtet und somit appetitanregend. In Japan hat das Essen einen hohen Stellenwert. Es gilt nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern gleicht schon fast einer täglichen Zelebration. Dementsprechend werden alle Speisen höchst dekorativ serviert. Als Getränk fehlt kaum irgendwo der traditionelle Sake (Reiswein). Es darf aber auch immer und überall Tee sein.

Karibische / kreolische Küche

Karibische kreolische Küche

Karibische kreolische Küche © sinuswelle – Fotolia.com

Die kreolische Küche präsentiert sich höchst abwechslungsreich. Je nach Gegend finden sich indianische, spanische, indische, französische, afrikanische und auch chinesische Einflüsse in den Gerichten. Den Pepperpot, einen traditionellen Fleischtopf, trifft man in der Karibik überall an, wobei Zubereitung und Geschmack immer leicht variieren.

In der Karibik wird es eben nie langweilig! Ganz oben auf den karibischen Speisekarten stehen natürlich Meerestiere der Region. Typisch kreolisch sind die fliegenden Fische und die Meeresschnecken. Dem Einfluss der Spanier verdankt die kreolische Küche den Reis. Er ist heutzutage genauso unverzichtbar geworden, wie Okraschoten, Erbsen und Yamswurzeln, die afrikanische Sklaven einst in die kreolische Küche einbrachten.

Mittlerweile gehören zur kreolischen Gaumenvielfalt auch Hühner- und Fischcurrys, Mango Chutneys und Suppen aller Art, wobei Callaloo die Nationalsuppe schlechthin ist. Im Original wird sie mit Taro-Blättern zubereitet. In europäischen Gefilden werden anstatt der karibischen Kohlblätter Spinatblätter genommen. Sehr beliebt ist zudem die rote Linsensuppe. Die karibische und kreolische Küche präsentiert sich sehr aromatisch. Viele asiatische Gewürze machen die berühmten Salsas (Würzsoßen) noch pikanter und schärfer.

Weitere wichtige Bestandteile der kreolischen Küche sind Kochbananen, Mais, Maniok und Süßkartoffeln. Die Süßspeisen der Karibik garantieren grandiose Gaumenfreuden. Der karibische Bananenkuchen ist, wie alle Süßspeisen, sehr zuckrig und von hohem Genusssuchtfaktor. Ihren Kalorienreichtum verdankt diese Köstlichkeit der Schokolade und der Rumglasur. Darüber hinaus sorgen Ananas, Mangos und Papayas für weitere fruchtige Highlights der Karibik.

Küche der USA – United States

Küche der USA / United States

Küche der USA / United States © moonrun – Fotolia

Kaum ist die Rede von amerikanischer Küche denkt gleich jeder an Burger, Donuts und Limo. Doch genauso wenig wie die italienische Küche nur aus Pizzas besteht, beschränkt sich die Küche der USA ausschließlich auf Fast Food. Die Einwanderer brachten bereits im 18. Jahrhundert eine Vielzahl von schmackhaften Rezepten ein.

Am besten eröffnet sich dem USA-Reisenden die kulinarische Vielfalt anlässlich einer Rundreise. So unterschiedlich die einzelnen Regionen des “Landes der unbegrenzten Möglichkeiten” sich präsentieren, so verschieden sind auch die jeweiligen regionalen Gerichte. Typisch amerikanisch und scheinbar allgegenwärtig sind zweifelsohne Steaks, Fisch- und Meeresfruchtdelikatessen (Seafood) und Salate (gerne mit Sonnenblumenkernen). Zudem sind die USA für ihre schmackhafte Truthahnzubereitung bekannt. Vielerorts gibt es Bohnen (zum Beispiel Kidneybeans) als Beilage. Ebenfalls sehr beliebt sind Reis- und Maisgerichte, Chili, Lachs und Hummer.

Die Küche im Süden ist sicherlich am abwechslungsreichsten. Texas, Florida und Co. können englische und französische Einflüsse nicht leugnen, wenn es um die Zubereitung der Speisen geht. Der Mittlere Westen ist, wie eh und je, bekannt für seinen großen Fleischverzehr. Dort eröffnet sich dem Betrachter einer Speisekarte gleich die Vision des wilden Westens, wo waghalsige Cowboys riesige Rinderherden vorantreiben. Steakgerichte dominieren hier.

Kalifornien hingegen präsentiert sich leicht, locker, vitaminreich und frisch. Die dortige Küche wurde merklich von asiatischen Einwanderern geprägt. Soja- und Oystersoße ist so verbreitet wie das Zubereiten der Gerichte im Wok. Rezepte à la “Lemon Chicken“, “Orange Chicken Salad“ oder “Meatloaf light“ suggerieren nicht nur den Hauch der Leichtigkeit, sondern sind tatsächlich fettarm und vitaminreich.

Mexikanische Küche

Mexikanische Küche

Mexikanische Küche © moonrun – Fotolia.com

Bei klangreichen Namen wie Tortillas, Tamales und Frijoles kommt jedem mittlerweile gleich die mexikanische Küche in den Sinn. Weit über die Grenzen Mexikos hinaus hat sie sich einen Namen gemacht. Salsas, Chillis, Tortillas, Tacos und Co. haben zweifelsohne zu dieser Popularität in höchstem Maß beigetragen.

Doch die mexikanische Küche hat weitaus mehr zu bieten. Niemals sollte ein Reisender das Land verlassen, ohne nicht Mole Poblano de Guajolote gegessen zu haben. Hierbei handelt es sich um den nationalen Feiertagsteller Mexikos, auf dem ein schmackhafter Truthahn mit Poblanosoße zum Verzehr einlädt. Zu den kulinarischen Köstlichkeiten Mexikos zählen zudem schmackhafte Meeresfruchtgerichte.

Mais gilt in Mexiko seit ewigen Zeiten als Hauptnahrungsmittel. Nicht umsonst gehören die dünnen Maisfladen (Tortillas) und die dicken Maistortillas (Gordita und Tlacoyo) zu den Nationalgerichten. Doch auch so manch ein mexikanischer Dip ist unschlagbar. Einige Sorten haben längst in den Regalen europäischer Lebensmittelläden Einzug gehalten. Guacamole, ein typisch mexikanischer Avocado-Dip zum Beispiel, erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Absolut traditionell geben sich die zahlreichen mexikanischen Snacks. Die kleinen Appetithäppchen (Antojitos) werden, wie auch der Tequila, überall angeboten und stillen auf pikante Art und Weise manchen kleinen Hunger. Mexiko, das bedeutet immer und überall “frisch auf den Tisch“. Die günstige topografische Lage Mexikos lässt so ziemlich alles wachsen. Tropische Früchte, Nüsse, unzählige Gemüsesorten und Kokosnüsse sind rund um das Jahr verfügbar.

Orientalische Küche / Naher Osten

Orientalische Küche

Orientalische Küche © sinuswelle – Fotolia.com

Die orientalische Küche erfreut sich wachsender Beliebtheit. Längst sind zahlreiche Gerichte bis nach Europa vorgedrungen. Obwohl die Zubereitungen von Land zu Land variieren und es keine einheitliche orientalische Küche gibt, lassen sich viele Gemeinsamkeiten erkennen.

Charakteristisch ist, dass sich der Orient deftig gibt. Geschmortes Lamm, Hühnchengerichte, Kichererbsen, Bohnen, Linsen und Bulgur dürfen nicht fehlen. Couscous gehört zu vielen Gerichten, entweder als Beilage, vollständiges Gericht oder als Salat.

Reich an Gewürzen präsentiert sich die orientalische Küche, egal ob in der Türkei, in Marokko, in Persien oder einem anderen orientalischen Land. Überall trifft man zumindest auf Safran, Chili, Kurkuma, Minze, Koriander und Kreuzkümmel. Erlesene Gewürzmischungen legen sich wie ein Zauber aus tausendundeiner Nacht auf die Geschmacksnerven. In einer einzigartigen Vielfalt präsentieren sich die Vorspeisen (Mezze). Gegrillte Fleisch- und Gemüsespieße, überbackener Ziegenkäse, Salate und viele andere Köstlichkeiten gelten als fast schon sättigende Appetitanreger. Zu den Gerichten wird Pita oder Khubz (eine Brotsorte) gereicht.

Mezze wäre nicht Mezze, wenn Babaganoush (eine Auberginecreme), Falafel (Gemüsebratlinge aus Kichererbsen- oder Bohnenteig) und Humus (Creme aus pürierten, gekochten Kichererbsen) auf der Tafel fehlen würden. Die orientalische Küche bedient sich gerne der Zubereitung von Hülsenfrüchten. Sie sind lange haltbar und sogar wüstentauglich. Nicht von ungefähr ist Foul, ein spezieller Bohnenbrei, das ägyptische Nationalgericht. Gerne bedient sich die orientalische Küche das eine oder andere Mal einer Kombination aus würzig, herzhaft und süß. So wird die beliebte Lamm-Tajine häufig mit Dörrpflaumen serviert und die allseits gern gegessenen gefüllten Auberginen mit frischer Minze verfeinert. Die große kulinarische Vielfalt spiegelt sich selbst bei den Yufka (Teigtaschen) wider, deren Verköstigung in einem orientalischen Land zum Muss gehört.

Russische Küche

Russische Küche

Russische Küche © moonrun – Fotolia.com

Wenig regional, dafür traditionell einfach und überwiegend deftig-rustikal gibt sich die russische Küche. Eingemachtes Gemüse und Obst, Trockenpilze und Sauerkraut sind beliebteste Nahrungsmittel. Auch gut lagerfähige Kohlsorten und Rüben dominieren in der russische Küche.

Russlands extrem lange und harte Winter zwingen die Bevölkerung zu einer vorausschauenden Bevorratung. Frische Rohkost gibt es lediglich im Sommer. Der russisch-orthodoxe Glauben trägt maßgeblich dazu bei, dass in der russischen Küche viele vegetarische Gerichte den täglichen Speiseplan bestimmen. In der Fastenzeit bedeutet selbst der Fischverzehr ein Tabu. Grundsätzlich jedoch wird in Russland viel Wurst und Fleisch gegessen.

Mit Kasha gibt es ein russisches Nationalgericht, das überall anzutreffen ist. Der Getreidebrei aus Haferflocken, Maisgrieß, Buchweizen und Roggenschrot versüßt den Russen, verfeinert mit Butter, Milch und Zucker, das Frühstück. Kasha scheint ein Multifunktionsgericht der russischen Küche zu sein, denn die herzhafte Variante dient oftmals als Hauptmahlzeit. Richtig deftig geht es im Winter zu, wenn zum Kasha noch Spiegeleier, Bratkartoffeln und Würstchen serviert werden. Beim Mittagessen fehlt in der russischen Küche selten die Suppe. Borschtsch mit Rindfleisch, Kartoffeln, Weißkohl und Roter Beete, Schtschi (Kohlsuppe) oder eine säuerlich-scharfe Soljanka mit Kraut und saurer Sahne bringt rasch die gewünschte Sättigung.

Daneben gehören die Sakuski zu den beliebte Vorspeisen. Hierbei handelt es sich überwiegend um verschiedene Fischsorten (Kaviar, Stör, Lachs, Hering). Zudem fehlt es nie an Sauergurken, Sauerkraut, eingelegtem Knoblauch und anderen Kleinigkeiten. Wer typisch russisch speisen möchte, sollte Piroschki versuchen. Die mit Sauerkraut, Hack und Kartoffeln gefüllten Teigtaschen sind fast schon russischer Kult. Zu den zahlreichen Huhn-, Fisch- und Fleischgerichten wird Brot gereicht.

Thailändische Küche

Thailändische Küche

Thailändische Küche © moonrun – Fotolia

In Thailand hat das Essen und Trinken neben der Nahrungsaufnahme eine große gesellige Bedeutung. Zahlreiche Garküchen laden zum Verweilen und plaudern ein. Die thailändische Küche ist, wie auch die chinesische, zum einen geografisch geprägt, unterliegt aber auch kulturellen und religiösen Einflüssen. Grundsätzlich gilt, dass im Süden schärfer gewürzt wird. Zudem wird in Thailand hinsichtlich der Speisezubereitungen nicht selten auf Improvisation gesetzt.

Eine strenge Rezepttreue gibt es nicht. Viele Gerichte werden über Generationen in mündlicher Form weitergegeben. Das wichtigste Grundnahrungsmittel Thailands ist der Reis. In der thailändischen Küche wird zumeist Jasminreis oder Klebereis bevorzugt. Letzterer erhält durch Dämpfen eine gewollt klebrige Beschaffenheit. Mittlerweile besteht die thailändische Küche nicht nur aus Wasserpflanzen und -tieren, sondern ist längst von chinesischen, indischen und europäischen Einflüssen geprägt. So brachten die Portugiesen die Chilis ein, aus denen die verschiedensten Chilipasten hergestellt werden. Insbesondere in Zentralthailand befindet sich die Hochburg vieler schmackhafter Currygerichte.

Die thailändischen Nationalgerichte gliedern sich in die verschiedenen Regionen des Landes. Im Norden erfreut ein spezielles Fleischgericht, ähnlich einem Gulasch, den Gaumen, wohingegen in Nordostthailand das gegrillte Hühnchen die Landesspezialität schlechthin darstellt. Der Süden gibt sich besonders abwechslungsreich. Die Auswahl reicht von Curryfisch mit Reisnudeln, Hühnchen mit Reis bis hin zum thailändischen Glasnudelsalat. Zentraler Angelpunkt der thailändischen Küche ist ihre unglaubliche Gewürz- und Kräutervielfalt. Nelken, Zimt, Kurkuma, Curry, Pfeffer, Tamarinde (gibt einen säuerlichen Geschmack), Koriander, Basilikum, Zitronengras, Limettenblätter und viele selbst kreierte Mischungen sorgen für einzigartige Geschmackserlebnisse. Salz hingegen wird in der thailändischen Küche eher sparsam eingesetzt und gerne durch Fischsoße ersetzt.

Internationale Küche – so kocht die Welt
Bitte um deine Bewertung