Rhabarber gehört zum Frühling wie Spargel und Erdbeeren. Da er im Gegensatz zu Erdbeeren nicht direkt vom Feld verzehrt werden kann, schrecken manche Menschen vor seiner Zubereitung zurück. Jedoch ist er wirklich blitzschnell gekocht und im Anschluss daran wird man mit einem fruchtig-säuerlichen Geschmackserlebnis belohnt. Die meisten Menschen würden Rhabarber zum Obst zuordnen da er sehr oft für Süßspeisen verwendet wird, er gehört aber botanisch zum Gemüse.

Im zweiten Jahr nach der Aussaat können die verdickten Stiele der Rhabarberpflanze geerntet werden. Die Rhabarbersaison beginnt im März, die beiden Haupterntemonate sind Mai und Juni. Traditionell wird nach dem 24. Juni kein Rhabarber mehr geerntet, um der Pflanze Zeit zur Regeneration zu geben.

Rhabarber ist gesund

Rhabarber hat einen hohen Wassergehalt und ist daher sehr kalorienarm. Dafür ist er reich an Vitamin C und K und enthält die Mineralstoffe Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen. Außerdem enthält er neben Apfel- und Citronensäure auch Oxalsäure, welche in hohen Dosen schädlich sein kann. Allerdings ist die Konzentration von Oxalsäure in den Rhabarberstängeln nicht hoch genug, um Vergiftungen hervorzurufen. Die Rhabarberblätter sollten jedoch aufgrund der höheren Konzentration besser nicht verzehrt werden. Oxalsäure ist auch dafür verantwortlich, dass sich die Zähne nach dem Verzehr von Rhabarber pelzig anfühlen. Wenn man nach dem Essen den Mund mit Wasser ausspült, verschwindet dieses Gefühl nach einiger Zeit von selbst wieder.

Rhabarber süß und pikant

Dass Rhabarber mit Sauerampfer verwandt ist, merkt man an seinem säuerlichen Geschmack. Um die Säure abzumildern, wird er meist gekocht und in süßer Form zubereitet, obwohl er eigentlich rein biologisch gesehen als Gemüse gilt. Zu den klassischen Zubereitungsarten zählen Kompott und Marmelade. Wem die Säure zu intensiv ist, kann zum Rhabarber Milchprodukte essen. Hervorragende Kombinationen ergeben sich z.B. mit Sahne oder Vanillesauce. Oder wie wäre es mit Rhabarberkompott zum Milchreis oder Grießbrei? Gerne wird Rhabarber auch in Kuchen und süßen Aufläufen verarbeitet. Beliebt sind auch Kombinationen mit Erdbeeren, die etwa zur selben Zeit Saison haben. Verfeinert werden kann der Rhabarbergeschmack mit ein wenig Zimt oder Vanille. Allerdings darf die Säure durchaus zur Geltung kommen. Eine gekühlte Schorle aus Rhabarbersaft kann im Sommer sehr erfrischend sein.

Bei uns weniger bekannt ist die Zubereitung als Gemüse. In Asien hat diese Art der Zubereitung Tradition, etwa in Form von Currygerichten oder als Chutneys zu Fleisch. Im ersten Moment erscheinen solche Gerichte ungewohnt, doch es kann eine geschmacklich sehr interessante Erfahrung sein, Rhabarber einmal von einer anderen Seite kennenzulernen.

Rhabarber – sauer und gesund
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