Gemüsesorten für den Balkon

Je nach Platz und Gusto lassen sich natürlich die verschiedensten Gemüsesorten am Balkon kultivieren. Mittlerweile gibt es sogar schon extra kleine Züchtungen von Gemüsepflanzen, die auf die engeren Platzbegebenheiten angepasst sind und trotzdem Abwechslung auf den Teller bringen. Die Auswahl der Pflanzen bleibt dabei immer dem Geschmack und der Experimentierfreudigkeit des Gärtners überlassen, im Folgenden werden jedoch „Klassiker“ der Balkonbepflanzung vorgestellt, deren Anbau meist ohne Probleme gelingt.

Tomaten

Ab etwa Mitte Mai ist die ideale Zeit, die Tomatenjungpflanzen auf dem Balkon zu kultivieren. Dann ist die Gefahr des Nachtfrosts vorüber und man bekommt sowohl im Baumarkt als auch beim Gärtner Pflanzen in einer kräftigen und guten Qualität. Für welche Sorte man sich entscheidet, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen – egal ob kleine süße Cocktailtomaten oder die große exotische Ochsenherztomate – sie alle können in Töpfen gezogen werden. Allerdings sollte ein trockener Stellplatz möglich sein, da Tomaten Regen nicht besonders schätzen. Man kann sich bei schlechtem Wetter aber auch mit einer Plane zum Abdecken behelfen, die man über die Pflanzen spannt. Dies sollte aber dann vorher beim Arrangement der Töpfe bedacht werden.

Nach dem Kauf ist es empfehlenswert, die Tomaten möglichst schnell zu pflanzen und kräftig anzugießen. Man sollte für die Pflanzen von Anfang an eine Stütze verwenden, das kann ein extra Tomatenstab aus dem Baumarkt sein oder auch jeder andere stabile Stock, an dem die Pflanze nach und nach fixiert wird.

Sehr wichtig ist bei Tomaten das regelmäßige Ausgeizen der Pflanze, das heißt Nebentriebe und Verzweigungen der Haupttriebe zu entfernen. Damit wird ein chaotisches, dschungelartiges Wachstum der Tomatenpflanze verhindert, was zu geringerer Fruchtgröße und –anzahl führen würde und außerdem ein Stützen fast unmöglich macht. Im Internet finden sich genaue Anleitungen mit Bildern zur Technik des Ausgeizens und auch jeder Gärtner hilft dabei gerne weiter.

Tomaten sind darüberhinaus Starkzehrer, benötigen also sehr viel Wasser und Dünger, belohnen diese Behandlung dann aber auch mit einem reichlichen Ertrag. Am Besten ist es beim Kauf darauf zu achten, frühe und spätere Tomatensorten zu mischen, so kann man bereits ab Juli die ersten Cocktail- oder Buschtomaten genießen und größere Sorten je nach Witterungslage bis in den Oktober hinein ernten.

Pflücksalate – pflegeleichte Dauerbrenner

Pflücksalate sind die ideale Besetzung für Balkonkästen. Man kann sie selbst mit Samen ziehen – dann ist darauf zu achten, dass sie Lichtkeimer sind, das heißt, die Samen werden nicht komplett mit Erde bedeckt, sondern nur gut an das Substrat angedrückt und ausreichend feucht gehalten. Natürlich gibt es auch Jungpflanzen zu kaufen, die bereits die ersten Blätter entwickelt haben.

Pflücksalate lassen sich bereits ab etwa April im Freien kultivieren, sollten dann aber bei kühlem Wetter noch mit einem Flies geschützt werden. Beim Setzen der Pflanzen sollte auf ausreichend Abstand geachtet werden (mindestens 10 cm), da anders als der Name vermuten lässt auch bei Pflücksalaten richtig große Salatköpfe entstehen könne, wenn man diese wachsen lässt. Das Tolle am Pflücksalat ist jedoch, dass er den ganzen Sommer über nachwächst, wenn immer nur die äußeren Blätter entfernt werden. Gerade wenn man verschiedene Sorten wie Eichblatt, Lollo Rosso oder Lollo Bionda mischt, hat man immer Abwechslung auf dem Teller. Auch wenn man einmal eine ganzen Salatkopf ernten möchte, ist dies problemlos möglich, weil jederzeit nachgesät werden kann. Man bekommt auch hier spezielles Saatgut für frühe und spätere Sorten. Es gibt auch ausgefallene Saatmischungen, die verschiedene, oftmals sehr aromatische Salatsorten vereinen, bei denen dann bereits ein paar Blätter reichen, um „normalen“ Salaten das gewisse Etwas zu verleihen. Doch egal, für welche Sorte man sich entscheidet, Salatpflanzen mögen einen feuchten Boden und müssen daher regelmäßig gegossen werden, was besonders beachtet werden muss, wenn man sie in kleinen Balkonkästen zieht. Ansonsten sind Pflücksalate optimale Balkonpflanzen, die den ganzen Sommer über Frische und Geschmack in die Salatküche bringen.

Chilis – feurig scharf und teuflisch gut

Die würzigen Schoten kommen vor allem in wärmeren Ländern, wie Mexiko, Indien oder auch in der Karibik vor. Sie lassen sich jedoch auch sehr gut auf einem sonnigen Balkon ziehen. Wenn das Saatgut selbst gezogen werden soll, muss damit bereits im Februar an einem sonnigen, warmen Plätzchen in der Wohnung begonnen werden (zum Beispiel auf einer Fensterbank). Nach draußen dürfen die Jungpflanzen dann auch erst im Mai, wenn das Wetter frostfrei bleibt. Die einfachere Alternative ist natürlich, bereits auspflanzfähige Jungpflanzen zu kaufen. Wenn einen Gärtner allerdings der Chili-Virus packt, tun es die im Handel gängigen Sorten oft nicht mehr und die ausgefallensten Arten werden dann per Samen selbst kultiviert.
Chilis lieben sonnige, windgeschützte Standorte. Es gibt zahlreiche Sorten, die bei uns gut gedeihen und die in ihrem Schärfegrad starke Unterschiede aufweisen. So gibt es die milden Cherry-Peppers, die an Kirschtomaten erinnern und sich gut füllen lassen (z.B. mit Frischkäse), die mittelscharfen Jalapenos, bekannt als Klassiker der mexikanischen Küche oder die teuflisch-scharfen Cayenne-Schoten, deren purer Verzehr nur absolut hartgesottenen Chilifans empfohlen werden kann.
Chilis brauchen wenig Platz und bringen auch in kleineren Pflanzgefäßen gute Ernteerträge bis in den Oktober hinein. Die Schoten lassen sich dann auch gut Einlegen oder Trocknen, so dass man auch in den Wintermonaten seine Gerichte mit der selbstgezogenen Schärfe aufpeppen kann.

Und wer es nicht ganz so scharf mag, auch die milden Verwandten der Chilis, die Paprika, lässt sich perfekt am Balkon kultivieren. Bei einem sonnigen, windgeschützten Standort und regelmäßigem Gießen tragen auch sie bis in den Oktober hinein Früchte. Doch noch viele weitere Gemüsesorten wie Gurken, Auberginen, Zucchini oder Radieschen sind bei richtiger Pflege dankbare Balkonbewohner, die die Speisekarte gesund und frisch ergänzen. Jedoch sollte im ersten Eifer immer die Größe des Balkons bedacht werden, weil aus vielen Jungpflanzen stattliche Gewächse werden. Nicht selten hat sich dann ein kleiner Balkon schon in einen Minidschungel verwandelt, auf dem ein gemütliches Entspannen nicht mehr möglich war. Von daher empfiehlt es sich immer, klein anzufangen und mit wachsender Erfahrung die Auswahl der Pflanzen zu erweitern. So wird das Gärtnern am Balkon zu einer herrlichen Freizeitbeschäftigung, die nebenbei die tägliche Küche mit frischen und leckeren Zutaten ergänzt.

Pflanztipps für Gemüse am Balkon

Um Freude an den verschiedenen Gemüsesorten zu haben und mit einer reichlichen Ernte belohnt zu werden, sind bei der Kultivierung am Balkon einige Dinge zu beachten. Folgende Tipps helfen, den Balkongarten optimal anzulegen und zu nutzen.

Die richtigen Pflanzgefäße

Das Angebot an Formen, Farben und Materialien ist heute schier überwältigend. Geeignet sind im Grunde alle ausreichend großen Gefäße (Richtwert etwa 10 Liter und größer), also Balkonkästen, natürlich alle Varianten von Töpfen und Schalen oder auch Ampeln und Kästen. Die Auswahl sollte dabei immer vom Platzangebot abhängig sein. Auch bei den Materialien dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein, denn egal ob Kunststoff, Beton, Ton oder Holz – geeignet sind sie alle. Es sollte jedoch beim Kauf darauf geachtet werden, ob die Gefäße winterfest sind und somit das ganze Jahr am Balkon verbleiben können. Das spart zum einen Arbeit, weil die Töpfe über den Winter nicht weggeräumt oder winterhart gemacht werden müssen, zum anderen bleiben einem unangenehme Überraschungen von gesprungenen und kaputten Töpfen im Frühjahr erspart. Ein überlegenswerter Faktor ist des Weiteren das Gewicht der Töpfe – je leichter diese sind, desto schneller verlieren sie natürlich bei windigen Bedingungen ihre Standfestigkeit. Je nach Zugigkeit des Standorts sollte daran beim Kauf gedacht werden, um Schäden an den Pflanzen durch ständiges Umfallen zu vermeiden.

Egal, für welche Gefäße man sich schließlich entscheidet, es muss darauf geachtet werden, dass alle Töpfe ausreichend große Abflusslöcher vorweisen, damit keine Staunässe entstehen kann. Fast alle Gemüsearten reagieren darauf nämlich extrem empfindlich! Je nach Bodenbelag des Balkons empfiehlt es sich dann natürlich, passende Untersetzer zu verwenden, um hässliche Abdrücke auf dem Boden zu vermeiden.

In unserem Artikel Gemüsebeet am Balkon anlegen erfahren sie Step by Step wie sie die Beete am besten anlegen.

Die ideale Erde

Gerade bei der Erde gilt, dass man nicht zu sehr sparen sollte, denn sie ist der Nährboden für die Pflanzen und nicht unbeträchtlich am späteren Ernteerfolg beteiligt. Von spottbilliger Discounterde ist daher meist abzuraten, da diese oftmals von mangelhafter Qualität ist und stark mit Pilzsporen durchwirkt ist. Es empfiehlt sich die Verwendung von einer guten Aufzucht- oder Komposterde von etwas schwererer Beschaffenheit, die nicht zu sehr in sich zusammensackt und das Gießwasser gut speichern kann. In dieser nährstoffreichen Umgebung finden die Pflanzen ideale Anwachsbedingungen, zudem sorgt die etwas schwerere Erde auch für eine bessere Standfestigkeit der Töpfe. Diese sollen schließlich nicht bei jedem Windstoß umfallen, was nicht selten zum Abknicken einzelner Pflanzenteile oder gar der ganzen Pflanze führt. Sowohl der Gärtner vor Ort als auch der Gartenmarkt führen in der Regel die Erde in passender Qualität zu einem fairen Preis-Leistungsverhältnis. Oft gibt es auch die Erde mit einer zugesetzten Grunddüngung, die extra auf einen Pflanzentyp abgestimmt ist (z.B. Tomatenerde).

Das richtige Gießen

Je kleiner die Pflanzgefäße sind, desto weniger Wasser kann natürlich gespeichert werden. Das macht regelmäßiges Gießen zum auschlaggebendsten Kriterium für eine spätere reiche Ernte. In der heißen Sommerzeit kann das durchaus bedeuten, dass zweimal am Tag gegossen werden muss, um ein Vertrocknen der Pflanzen zu verhindern. Das Gießen in der prallen Mittagssonne sollte zudem vermieden werden, nur zu leicht entstehen dadurch Verbrennungen an den Pflanzen. Wenn es sich nicht anders einrichten lässt, sollte darauf geachtet werden, das Wasser bei starker Sonneneinstrahlung direkt in den Topf zu gießen und nicht die Blätter und Früchte der Pflanzen zu benetzen. Übrigens lieben Gemüsepflanzen Regenwasser, wenn eine Möglichkeit zur Sammlung desselben besteht, sollte diese genutzt werden. Die Schonung der Umwelt ist dabei ein schöner Nebeneffekt. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Gefäße mit Bewässerungssystem, die eine hilfreiche Alternative darstellen können, falls ein regelmäßiges Gießen schwierig wird oder einmal ein Kurzurlaub ins Haus steht.

Düngen – ja oder nein?

Wenn man eine hochwertige Erde verwendet, ist am Anfang eine ausreichende Grunddüngung vorhanden. Anders allerdings als bei Freilandpflanzungen ist der Lebensraum der Topfpflanzen stark begrenzt und vorhandene Nährstoffe werden damit schnell aufgebraucht. Gerade beliebte Pflanzen wie Tomaten sind beispielsweise sehr stark zehrend und gedeihen ohne eine unterstützende Düngung meist weniger gut. Generell kann man davon ausgehen, dass die vorhandene Düngung der Erde bis spätestens Ende Juli/ Anfang August aufgebraucht ist und von diesem Zeitpunkt an nachgedüngt werden muss. Auch wenn die Erde mehrjährig verwendet werden soll, ist eine Düngung notwendig, da nach einer Saison alle Nährstoffe von den Pflanzen verbraucht wurden. Wenn man sich über die Qualität der Erde nicht ganz im Klaren ist, kann man durchaus von Anfang an eine Handvoll Hornspäne untermischen. Dabei handelt es sich um einen biologischen Dünger, dessen Nährstoffe langsam und beständig von der Pflanze aufgenommen werden und zu einer festen und schmackhaften Zellstruktur führen. Bio –Dünger haben außerdem den Vorteil, dass sie unsere Umwelt und unseren Körper nicht belasten. Ein wichtiger Faktor, soll doch der Verzehr des eigenen Gemüses ein wohlschmeckender und unbeschwerter Genuss sein! Im gut sortierten Gartenfachmarkt ist mittlerweile eine breite Auswahl an biologischen Düngern (sowohl flüssig als auch in Pulverform) erhältlich, mit denen man die Gemüsepflanzen optimal mit Nährstoffen versorgen kann.

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