Ernährung im Winter

Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Die Bekleidung wird langsam dicker und man zieht sich gern ein wenig früher ins Haus zurück und drückt den Rücken, wenn vorhanden, an den warmen Ofen. Warum werden wir scheinbar träger und warum lässt der Gedanke an einen Eiskaffe unsere Gänsehaut über den Rücken hinauf wandern?

Ernährung in der Übergangszeit & im Winter

Laut dem Chinesischen Kalender beginnt der Winter am 16. November und erreicht seinen Höhepunkt am 21. Dezember – unseren Winterbeginn. Am 26. Jänner verabschiedet er sich dann wieder von uns. Die Zeit zwischen 26. Oktober und 16. November nennt man Dojozeit. Das ist jener Zeitraum, in der sich der Körper auf die bevorstehende neue Jahreszeit einstellen kann.

Schonkost ist hier angesagt. Fett, Fleisch, Zucker und Alkohol sollten reduziert werden um dem Körper die Umstellung zu erleichtern. Mit einer gezielten Auswahl und Zubereitung der Lebensmittel, passen wir uns leichter an diesen Wechsel an.

Lebt man im Einklang mit den Jahreszeiten, dann ist man im Winter auch eher nach innen gekehrt, sucht und genießt die Wärme, meidet Feuchtigkeit und Kälte und zieht sich gern ins Haus zurück, braucht Ruhe und Stille.

Diesen Zustand bewusst zu erleben, steht eine sehr impulsive, leistungsbezogene Gesellschaft gegenüber. Die künstliche Lichtbeeinflussung erschwert es oft, die Energien des Winters bewusst wahrnehmen zu können. Ohne diese Lichtquellen müssten wir früher ins Haus, ins Bett und später wieder raus. Wir müssten dem Körper „zwangsläufig“ mehr Ruhe und Entspannung geben. Genau das braucht die Energie des Winters. Rückzug und Sammlung. Ein Leben in der Stadt ist diesbezüglich eine echte Herausforderung und erfordert daher eine sehr bewusste Wahrnehmung dieser Naturereignisse. Sonst kann es leicht vorkommen, dass das ganze Jahr als eine Anzahl von gleichen Tagen wahrgenommen wird.

Nebel, Feuchtigkeit, Kälte, Regen, Eis und Schnee sind die Boten der Wasserenergie, des Winters. In dieser Jahreszeit braucht unser Körper wärmende und nährende Speisen und Umgebungen, um das Gleichgewicht mit der Natur aufrechtzuerhalten. Diese Wärmezufuhr kann durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden.

8 Tipps für die Winter-Ernährung

  1. Ein warmes Frühstück ist jetzt die beste Art, den Körper morgens auf Touren zu bringen. Sterz, Grießgerichte, Suppen oder gekochte Getreideflocken vermischt mit wärmenden Gewürzen wie Kardamom, Zimt, Ingwer und gedünstetem Obst oder Kompotten liefern wohltuende, stärkende und wohlschmeckende Energie für den Tag.
  2. Wärmende Gewürze kommen zum Einsatz, wie z.B. Ingwer, Zimt, Nelke Anis, Piment, Sternanis, Wacholder, Koriander, Kümmel, Muskat, Oregano, Fenchel. Der Lebkuchen schmeckt nicht umsonst gerade jetzt besonders gut. Er ist voll von wärmenden Zutaten.
  3. Wintergemüse: Knoblauch, Zwiebel, Lauch, Fenchel, Petersilienwurzel, Kohl, Pastinaken, Kürbis, Blumenkohl, Chinakohl, Krauskohl), Kohlrabi, Kohlsprossen, Weißkraut, Wirsing, Rotkraut, Sellerie, Stangensellerie, Karotten, Schwarzwurzel, Steckrübe, Rote Rübe
  4. Wärmende Fleischsorten: Wild, Rind, Lamm
  5. Kerne und Nüsse wie Kastanien, Kürbiskerne, Walnuss
  6. Die Zubereitungsarten verändern sich: längere Kochzeiten, Braten und Backen herrschen vor, weil sie viel Wärme in die Speisen bringen. Langgekochte Bohneneintöpfe, Kraftsuppen, hie und da ein Stück Fleisch schmecken jetzt besonders gut.
  7. Von den Getreidesorten liefern Hafer, Süßreis, Hirse und Grünkern viel Wärme und Energie.
  8. Rohkost sollte wegen der abkühlenden Wirkung womöglich vermieden werden bzw. stark reduziert. Dasselbe gilt für grünes Blattgemüse und gesüßte Milchprodukte.

Saisonale Produkte verwenden

Die Anpassung der Ernährung an unsere Jahreszeiten sollte eine Selbstverständlichkeit sein und ist besonders im Winter von essentieller Bedeutung. Doch leider essen viele von uns das ganze Jahr über dieselben Lebensmittel. Es wird keine Rücksicht mehr auf die Jahreszeiten genommen, da (angeblich) alle Lebensmittel in immer gleicher Qualität im Lebensmittelhandel erhältlich sind.

Reif und regional

Wir sollten uns bewusst machen, dass Lebensmittel, vollreif geerntet, am besten schmecken und dem Körper die Beste Energie geben können. Lebensmittel aus der Region, zum Reifezeitpunkt geerntet und jene, die sich ohne viel Aufwand und Anstrengung über eine bestimmte Zeit lagern lassen, liefern Energie, die der Körper zu diesem Zeitpunkt brauchen kann und auch gut aufnehmen kann. Damit wird die Verdauung gestärkt und ebenso die Abwehrkraft.

Es hat schon seinen Grund, warum die Zitrusfrüchte bei uns nicht heimisch sind. Sie sind da, wo wir sie in großen Mengen verzehren, nämlich im Winter, für unseren Organismus zu kühlend.

Zitrusfrüchte im Winter?

Und warum? Zitrusfrüchte im Winter kühlen den Körper von Innen und schwächen daher die Abwehrkraft. Das viel gelobte Vitamin C der Orangen, das wir brauchen um das Immunsystem zu stärken, wirkt zu dieser Jahreszeit in die falsche Richtung. Orangen bzw. Zitrusfrüchte kühlen den gesamten Organismus und das zu einem Zeitpunkt, wo äußere Kälte vorherrscht.

Leckeres Wintergemüse

Unser Wintergemüse kann einen sehr hohen Anteil an Vitamin C vorweisen. So haben z.B. 100g Weißkraut 45mg Vitamin C und 100g Orangenfruchtfleisch 49 mg. 100g Wirsing enthält 100 mg Vitamin C. Es lohnt sich wirklich, das heimische und schmackhafte Gemüse zu verzehren, um Verkühlungen vorzubeugen. Übrigens durch das Kochen wird der Vitamin C Anteil beim Rot- und Weißkraut noch erhöht.

Genießen Sie wärmende Getränke, Gerichte, Eintöpfe und hie und da einen Glühwein, um den Körper von Innen her mit genug Wärme zu versorgen.

Infos über unsere TCM-Ernährungs-Expertin

Frau Dipl.-Ing. Dr. Claudia Brandner ist TCM-Ernährungsexpertin und vermittelt ihr umfangreiches Wissen in Seminaren und Kursen. Ergänzend ist Sie Expertin im Bereich Burn Out, Stressmanagement und Work Life Balance.

Frau Dipl.-Ing. Dr. Claudia Brandner
Klettendorf 8, 8182 Puch/Weiz
http://www.qm4you.at

Ernährung im Winter und der Übergangszeit
Bitte um deine Bewertung