So ein Schweinehund

„Mein lieber Schweinehund! Ab morgen werde ich Dich bekämpfen, aber heute lass ich Dich noch in Frieden.“ Ein wenig ironisch aber doch realistisch. Denn wer kennt das nicht? Heute esse ich noch richtig, aber ab morgen ist Schluß damit! Der Kampf gegen den eigenen Schweinehund ist gar nicht so einfach, vor allem wenn man gleich vorweg einen Kompromiss mit ihm eingeht.

Abnehmen, Ernährungsumstellung, Rauchen aufhören, Süchte ablegen – all das erfordert es, den inneren Schweinehund zu überwinden. Und wer will nicht mit einer alten Gewohnheit endlich brechen?

Alles ist möglich

Meist scheitert es daran, dass man sein eigenes Können unterschätzt. Es scheitert am Selbstvertrauen. Der Schweinehund handiert damit recht geschickt. Heraus kommen dabei Sätze wie „Ich schaff das sowieso nie, eh wurscht!“ Um dem die Basis zu entziehen, muß man eine gewisse Portion Mut aufbringen und vorallem sich nicht zu große Ziele setzen. Durch dass Erreichen von kleineren Etappenziel werden Sie wieder volle Motivation schöpfen. Etappenziele dürfen nicht zu hoch gesteckt werden.

Nichts hinausschieben

Jede Minute Verzögerung ist wertlos verstrichene Zeit und ein Gewinn für den inneren Schweinehund. Sagen Sie nicht „ab Montag lege ich die alte Gewohnheit ab, aber am Wochenende lass ich noch die Sau raus“. Der Schweinehund will sofort bekämpft werden, denn wenn er eine Chance wittert, hat er Sie schon fest im Griff. Wollen Sie mit Süßigkeiten Schluß machen, dürfen Sie nicht zögern. Jetzt gleich die Süßigkeiten streichen und nicht erst drei Tage noch im Genuß schwelgen, dann fällt nämlich alles nur noch schwerer.

Den Schweinehund können Sie auch austricksen, indem Sie mit alten Gewohnheiten langsam brechen. Klar müssen Sie sofort damit beginnen und dürfen Ihre Vorsätze nicht verzögern, aber alte Gewohnheiten kann man sich oft besser abgewöhnen, wenn man es langsam angeht. Ein Etappenziel wäre es zum Beispiel, Süßigkeiten auf ein Viertel der üblichen Menge zu reduzieren. Ist dieses Etappenziel erreicht, fällt es umso leichter, auch noch auf das letzte Viertel zu verzichten – schon haben Sie Ihren Schweinehund fest im Griff.

Motivations-Gründe suchen

Warum tu ich mir das eigentlich an? Nur für den Strandtag im Sommer ohne Biebauch? Wenn das die ganze Motivation ist, dann schaffen Sie es nie! Denn kaum ist der heiß ersehnte Urlaub vorbei, hat Ihr innere Schweinehund wieder die Oberherrschaft, weil jetzt ist die Oberflächlichkeit einer Bikini-Figur nicht mehr wichtig. Suchen Sie sich richtig gute Gründe warum Sie mit einer alten Gewohnheit brechen wollen, keine fadenscheinigen Beweggründe.

Für gute Motivations-Gründe gibt es nämlich keine Ausreden mehr, weder davor noch danach. Ist der innere Schweinehund übermächtig, müssen richtig radikale Mittel her. Haben Sie Übergewicht, dann holen Sie sich den Motivationsschub von Ihrem Hausarzt. Der wird Ihnen soviele Beschwerden aufzählen können, die Ihnen drohen könnten, wenn Sie Ihren Schweinehund nicht überwinden. Und die sind wirklich gewichtig.

Bei einer großen Umstellung von alten Gewohnheiten, wie zum Beispiel einer Ernährungsumstellung um dauerhaft Gewicht zu reduzieren, ist es fast unerlässlich, sich professionelle Hilfe zu holen. Denn die Fachleute, in diesem Fall ernährungsberatende Ärzte oder Diätologen, wissen ganz genau was zu tun ist. Und nur dann ist für Sie die Garantie gegeben, dass Sie es wirklich schaffen. Gutgemeinte Diätratschläge hin oder her, dass alles sind nur halbe Sachen mit ungewissem Ziel.

Reden hilft

Nichts desto trotz ist es gar nicht so einfach, wenn man mit dem Problem ganz alleine dasteht. Will man wirklich das große Ziel erreichen, ist es oft von Nöten, sich seinem(r) Partner(in) oder Freunden anzuvertrauen. Nicht nur, dass Sie „seelischen“ Beistand brauchen, sondern es wird dann höchstwahrscheinlich jemand auch voll hinter Ihnen stehen. Falls Sie das Ziel erreichen wollen, dauerhaft besser zu essen, werden Ihre Liebsten garantiert nicht neben Ihnen eine dicke, fette (von Ihnen früher heiß geliebte) Mahlzeit verspeisen. Reden Sie also über Ihr Anliegen, dann bleiben Sie nicht allein mit Ihrem Vorhaben.

Schweinehund überwunden, was dann?

Toll wenn Sie es wirklich geschafft haben. Dafür gibts aber keine Belohung, die den inneren Schweinehund wieder raus lässt. Belohnen Sie sich selbst oder lassen Sie sich belohnen, aber nur im Rahmen Ihres Zieles. Haben Sie es zum Beispiel geschafft Ihre Süßigkeiten-Sucht zu überwinden, dann dürfen Sie sich auf keinen Fall mit einer Tafel Schokolade belohnen. Der Stolz über die erbrachte Leistung ist oft schon Lohn genug!

Wenn Sie Ihren Schweinehund das erste Mal so richtig erfolgreich bekämpft haben, wird es Ihnen für Ihre weiteren Etappenziele oder großen Ziele gar nicht mehr so schwer fallen.

Kampf gegen den eigenen Schweinehund
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