Kalorienverbrauch - Teil 2

Ein ganz schönes Verlustgeschäft: Chips

Sogar vor dem Fernseher kommt es zu Leistungsumsatz. Allerdings liegt er in 90 Minuten gerade mal bei 111 Kalorien. Das ist kein sonderlich guter Wert, wenn man bedenkt, wie viel Knabberkram man in der gleichen Zeit futtern kann. So liegt der Brennwert von 100 Gramm Chips bei rund 500 Kalorien. Wenn man also während der 90 Minuten TV diese Menge verzehrt, hat man 389 Kalorien mehr aufgenommen, als man aktuell braucht. Und jede Kalorie, die man nicht benötigt, wird vom Körper sofort als schlechte Zeiten an den bekannten Depotstellen (Bauch, Beine, Po) angesetzt. Von dort aus kann man sie entweder weg diäten oder in Muskelmasse umsetzen.

Mittlerweile ist natürlich bekannt, dass Diäten diverse Nachteile mit sich bringen. Ganz davon abgesehen, dass sie keinen Spaß machen, gewöhnt man den Körper an einen geringeren Arbeitsaufwand. Ein Organismus, der nur ein paar mickrige Kalorien umzusetzen hat, kommt aus der Übung und hat entsprechend mehr zu rackern, sobald das Nährstoffaufkommen wieder erhöht wird.

Hinzu kommt, dass ein schlankerer Körper einen geringeren Bedarf an Kalorien aufweist. Da man sich aber nach einer Dürrezeit auf kulinarische Genüsse freut, haut man nur allzu gerne richtig rein und konsumiert alsbald genauso viel wie vor der Fastenkur. So schafft man ein Überangebot an Nährstoffen. Die werden nach dem Abspecken vom Körper noch viel sorgfältiger angelegt als unter normalen Umständen. Verantwortlich ist das in der Genetik angelegte anthropologische Gedächtnis.

Eine Diät interpretiert der Organismus schlicht und ergreifend als Hungernot. Darum legt er bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit alle zur Verfügung stehenden Substanzen besonders gut an. Viele Leute machen darum die Erfahrung, dass sie nach einer Diät in Windeseile wieder zu nehmen und schlimmstenfalls noch mehr auf die Waage bringen als vorher. Auf diese Feststellung reagieren sie dann mit der nächsten Diät. Die Folge ist das als JoJo-Effekt bekannte Phänomen. Da Frauen sich häufiger auf Diät setzen als Männer, laufen sie auch eher Gefahr, ihren Körper zu irritieren. Wer sich kontinuierlich den gleichen Anteil an Kalorien zuführt, kann darauf bauen, dass die Verwertung stets in der gleichen Intensität abläuft.

(Kein) Alkohol ist auch keine Lösung

Wer zudem auf Training und Muskelaufbau setzt, trägt außerdem zur Erhaltung der allgemeinen Fitness entscheidend bei. Vom 30. Lebensjahr an nämlich verliert der Körper kontinuierlich an Muskelmasse. Fünf Prozent alle zehn Jahre - so lautet die Faustregel für den Abbau der Muskulatur. Bis zum 80. Lebensjahr sind es 25 Prozent. Wenn dann auch noch eine längere Krankheit kommt, die einen ans Bett fesselt, kommt man schlimmstenfalls gar nicht mehr selbst vom Stuhl hoch.

Das allmähliche Schwinden von Muskulatur liegt unter anderem daran, dass der Hormonspiegel mit zunehmendem Alter nachlässt. Auch das für den Muskelaufbau so wichtige Testosteron macht sich permanent rarer. Aus diesem Grund müssen ältere Leute ihren Kalorienkonsum herunter fahren, wenn sie nicht dick werden möchten.

Sollten Sie nun frustriert sein und zur Stimmungsaufheiterung erst einmal ordentlich einen heben wollen, seien sie gewarnt. Denn erstens enthält Alkohol selbst Kalorien und obendrein beeinträchtigt er deren Verbrennung. Das liegt daran, dass der Organismus Alkohol als gefährliche Substanz sofort erkennt und den Abbau als besonders wichtig einstuft. Andere Funktionen werden hintangestellt. Der Fettstoffwechsel verlangsamt sich. Das wiederum bedeutet, dass weniger Körperfett abgebaut wird. Allenfalls in kleinen Mengen genossen, kann Alkohol zur Erhaltung des Gewichts beitragen. Darauf deuten einige Studienergebnisse hin. Manche besagen auch, dass Frauen hier leicht im Vorteil sein können. Ihnen hilft der mäßige Konsum von Alkohol eher beim Erhalt der schlanken Linie als den Männern. Generell ist das aber leider noch nicht belegt.

Last but not least sei erwähnt, dass die Kalorie nicht der Weisheit letzten Schluss für eine gesunde Ernährung darstellt. Für viele Ökotrophologen ist sie darum keine zufrieden stellende Maßeinheit. Denn immerhin benötigt der Körper nicht nur Substantielles, sondern auch Proteine, Mineralien und Vitamine. Die sind in Gemüse und Obst reichlich vorhanden. Insofern ist ‚sie’ mit ihrem Bauernsalat ausgesprochen gut beraten.

Gastbeitrag vom Portal MeinGartenversand



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