Lebensmittelallergien - bessere Diagnose notwendig

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Aufklärung und Diagnostik

Aufklärung und bessere Diagnose nötig

Aufklärung und bessere Diagnose nötig

Lebensmittelallergien und Nahrungsmittelintoleranzen sind fast wie ein Hype - jeder fünft glaubt mittlerweile auf ein bestimmtes Nahrungsmittel mit einer Unverträglichkeit zu reagieren. Für kleinste Befindlichkeitsstörungen wird immer öfter einem Lebensmittel die Schuld gegeben. Doch das Wissen über echte Symptome führt dazu, dass oftmals eine falsche Sensibilisierung entsteht.

Jeder Fünfte glaubt, dass er auf ein bestimmtes Nahrungsmittel unverträglich reagiert. "Die Begriffe Allergie, Überempfindlichkeit, Unverträglichkeit, Intoleranz und Sensibilisierung werden oft missverständlich verwendet", sagte Zsolt Szepfalusi von der Uniklinik für Kinder- und Jugendheilkunde an der Medizinischen Universität Wien.

"Wir haben keine gute Diagnostikmethoden, um diesen Patienten zu helfen", sagte der Mediziner am Donnerstag bei der wissenschaftlichen Tagung des Verbandes der Ernährungswissenschafter Österreichs (VEÖ) in Wien. "Wir tun unser Bestes", so Szepfalusi. Dennoch sei es für die Ärzte schwer, ihre Patienten zufriedenzustellen. Studien, die bereits 15 Jahre zurückliegen, haben eine Häufigkeit von Nahrungsmittelallergien von drei bis vier Prozent bei Erwachsenen und bis zu acht Prozent bei Kindern angegeben, so Karin Hoffmann-Sommergruber vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung an der Medizinischen Universität Wien. Es sei bewiesen, dass Inhalationsallergien in den vergangenen 20 Jahren deutlich zugenommen haben, sagte die Wissenschafterin. "Ist dieser Anstieg auch bei Nahrungsmittelallergien zu beobachten?", so Hoffmann-Sommergruber.

Aus diesem Grund hat die EU 2006 ein Projekt ins Leben gerufen, dass die Prävalenzdaten zur Nahrungsmittelallergie europaweit ermitteln soll. Die Studie, an der zwar kein österreichisches Zentrum, jedoch heimische Molekularbiologen teilgenommen haben, ist vor kurzem abgeschlossen worden. Teilweise stehen bereits Daten zur Verfügung.
Dabei wurden drei Studiengruppen etabliert: Eine Populationsstudie soll die Häufigkeit der Sensibilisierung gegenüber Nahrungsmittelallergien versus diagnostizierten Nahrungsmittelallergien erheben. Zudem wurde in einer Babykohortenstudie 12.000 Kinder von der Geburt bis zum vierten Lebensjahr begleitet, um die Entstehung von Allergien zu erfassen. In einer weiteren Studie wurden die Häufigkeit von Lebensmittelallergien bei jungen Erwachsenen untersucht.

Die ersten Ergebnisse zeigten stark variierende Sensibilisierungsraten gegenüber verschiedenen Nahrungsmitteln bei Erwachsenen, so Hoffmann-Sommergruber. Auf der "Hitliste" standen Haselnuss, Apfel, Pfirsich und Shrimps im Gegenzug zu Fisch, Eier und Milch, wo die Sensibilisierungsrate eher niedrig war. Allergische Symptome wurden am häufigsten von Apfel, Haselnuss, Walnuss, Pfirsich und Erdnuss verursacht. Dazu kamen noch Kiwi, Paradeiser, Karotte und Melone.

Auch geografische Unterschiede waren zu beobachten. Zum Beispiel trat eine Fischallergie häufig in Island, Griechenland, Spanien und Tschechien auf, weniger in den Niederlanden, Schweiz und Polen. Haselnuss ist ein häufiger Auslöser von Nahrungsmittelallergien in der Schweiz, den Niederlanden, Italien und Litauen.

Interessant dürfte die Auswertung der Kohortenstudie der Säuglinge werden, an der österreichische Molekularbiologen teilgenommen haben. Es gilt nun den Einfluss der genetischen Unterschiede und Kofaktoren zu untersuchen.

APA

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