Nicht jedes Abführmittel auf Dauer geeignet

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Abführmittel auf Dauer ungeeignet

Abführmittel ungeeignet

Abführmittel ungeeignet

Bei Verstopfung empfiehlt sich grundsätzlich eine Ernährungsumstellung, reicht bei hartnäckiger Darmträgheit aber nicht immer aus. Ballaststoffe helfen dabei, den Darminhalt weich und geschmeidig zu halten, sagt Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer. Reich an diesen unverdaulichen Fasern sind unter anderem Vollkornbrot oder Weizenkleie.

Auch vergorene Milchprodukte wie Joghurt oder Buttermilch können die Verdauung unterstützen, denn die enthaltene Milchsäure fördert die Darmbewegungen. Wer seinen Darm unterstützen will, sollte morgens vor dem Frühstück ein Glas warmes Wasser trinken und sich anschließend viel Zeit für den Toilettenbesuch nehmen. Das unterstützt einen körpereigenen Reflex, der den Darm in Bewegung bringt.

Bleibt der Darm trotz ballaststoffreicher Ernährung träge, können Abführmittel helfen. Bei der Auswahl ist wichtig, ob das Präparat kurz- oder langfristig angewendet wird und wie schnell seine Wirkung einsetzen soll. "Bei Dauergebrauch können einige Abführmittel zu Verstopfung führen. Sie sollten deshalb in der Selbstmedikation nicht länger als ein bis zwei Wochen eingenommen werden", betont Fink. Dazu zählen unter anderem Mittel mit den synthetischen Wirkstoffen Bisacodyl und Natriumpicosulfat oder Pflanzenextrakten aus Senna oder Aloe.

Die richtige Dosis eines Abführmittels ist leicht erkennbar: Der Stuhlgang soll weich sein. Ist er flüssig, ist das Medikament überdosiert. Bitter- oder Glaubersalz sollten nur einmalig angewendet werden, etwa zu Beginn einer Fastenkur. Unbegrenzt lange helfen hingegen Abführmittel mit Quellstoffen wie Flohsamenschalen oder Leinsamen. Sie können ihre Wirkung aber nur entfalten, wenn gleichzeitig viel getrunken wird.

Die Wirkung der meisten Abführmittel setzt erst nach einigen Stunden oder über Nacht ein. Schon nach einer halben Stunde hingegen wirken abführende Klistiere oder Zäpfchen. Auch wenn eine Darmträgheit kurzfristig leicht zu beheben ist - harmlos ist sie nicht immer. Falsch hingegen ist die Annahme, dass man sich durch Verstopfung innerlich vergiften könne. Apotheker raten zum Arztbesuch, wenn die Beschwerden länger als drei Monate lang bestehen, gleichzeitig Schmerzen auftreten oder wenn sich Verstopfung und Durchfall abwechseln.

Erstellt am 27.11.2016 / APA

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